Work Life Rebels - Podcast

Der kompakte Business-Podcast mit Tipps und Tricks zu Vereinbarkeit und New Work und echten Role-Models

Unzufrieden im Job? In 5 Schritten zur beruflichen Neuorientierung mit Mareike List - #46

Bedürfnisse nach der Geburt neu sortieren, Ideen im Kleinen testen und mit einer Portfolio-Karriere breiter aufstellen

12.10.2026 57 min Elisabeth Tophinke

Zusammenfassung & Show Notes

Unzufrieden im Job? In 5 Schritten zur beruflichen Neuorientierung – mit Mareike List

Bedürfnisse nach der Geburt neu sortieren, Ideen im Kleinen testen und mit einer Portfolio-Karriere breiter aufstellen

Unzufrieden im Job? Coach Mareike List zeigt, wie du dich in 5 Schritten neu orientierst – und warum Testen besser ist als Kündigen.

Mareike List ist systemische Coach und Expertin für berufliche Neuorientierung mit eigenem Unternehmen und parallel Projektmanagerin für Organisationsentwicklung beim S. Fischer Verlag. Davor war sie in verschiedenen Marketing-Positionen tätig. Sie hat Wirtschaftsanglistik und Marketing studiert und ist u. a. zertifiziert im LINC Personality Profiler, in Facilitation, Hypnose und Stressmanagement. Als Mutter eines Sohnes lebt sie selbst, worüber sie spricht: eine Portfolio-Karriere aus Anstellung und Selbstständigkeit.


Worum geht's

  • Wie Mareike Anstellung, Selbstständigkeit und Familie mit einer 50/50-Aufteilung der Care-Arbeit vereinbart 
  • Was eine Portfolio-Karriere (auch Job-Portfolio oder Mosaikkarriere) ist – und für wen sie passt 
  • Warum 18 % der Mütter nach der Elternzeit bei einem anderen Arbeitgeber sind (Registerstudie, European Sociological Review) 
  • Mareikes 5-Schritte-Prozess für die berufliche Neuorientierung 
  • Wie du Jobideen risikofrei testest, bevor du kündigst 


Das nimmst du mit:


Portfolio-Karriere

  • Mehrere berufliche Bausteine statt eines linearen Karrierewegs: z. B. Anstellung + Selbstständigkeit, zwei Freelance-Tätigkeiten, Ehrenamt oder Weiterbildung 
  • Sie verbindet unterschiedliche Bedürfnisse, etwa Sicherheit (Anstellung) und Selbstbestimmung (Selbstständigkeit) 
  • Zukunftsfähig: Fällt eine Säule weg, lässt sich eine andere hochfahren 
  • Kein neues Phänomen: Aufsichtsratsmandate im Top-Management folgen demselben Prinzip 


Die 5 Schritte zur Neuorientierung

  1. Ist-Analyse: Was genau stört mich, was fehlt mir? Ganzheitlich hinschauen, auch auf Partnerschaft und Care-Arbeit 
  2. Innerer Kompass: Klarheit über Werte, Bedürfnisse, Stärken, Interessen und Rahmenbedingungen 
  3. Ideen entwickeln: Breit und ohne „Aber“ sammeln – Jobs, Unternehmen, Business-Ideen; KI als Recherche-Sparringspartner 
  4. Fokussieren & testen: Ideen anhand eigener Kriterien priorisieren, dann per Prototyping und Natural Networking prüfen 
  5. Umsetzen: Ziel setzen, Meilensteine planen, innere Blockaden erkennen und angehen 


Ideen im Kleinen testen

  • Mini-Praktikum, Seminar, Jobshadowing oder Buddy-Programm im eigenen Unternehmen 
  • Informelle Gespräche mit Menschen, die den Wunschjob schon machen – vor jeder Bewerbung 
  • Traum vom eigenen Café? Erst einmal Freundinnen zum Café-Nachmittag einladen und spüren, wie es sich anfühlt 
  • Vor dem Wechsel prüfen: Was lässt sich im jetzigen Job verändern (Jobcrafting)? 


Tests für deinen inneren Kompass

  • CliftonStrengths: für deine wahren Stärken 
  • LINC Personality Profiler: für Charaktereigenschaften, Motive und Werte 


Mehr zum Thema


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Phrasenverdrescher

„Na, wann kommt denn das zweite Kind?“


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Elisabeth Tophinke ist Führungskraft, Ingenieurin, Mutter, Key-Note-Speakerin und Expertin für Vereinbarkeit. In diesem Podcast teilt sie ihre besten Tipps zu neuer Führung und Vereinbarkeit und stellt euch inspirierende Role-Models vor.  

 
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Transkript

Herzlich willkommen zur heutigen Folge von Work Life Rebels. Ich bin euer Host Elisabeth Tophinke und heute habe ich Mareike zu Gast. Mareike List. Hallo Mareike. Es freut mich sehr, dass du da bist und wie immer stelle ich dich den Gästen
Mareike List
00:00:32
Hallo Elisabeth!
Elisabeth Tophinke
00:00:35
erstmal vor, damit sie so einen Eindruck haben, wenn sie da vor sich haben und dann kommt der übliche Ablauf mit Schnellfeuerfragen, dem Thema, dem Phrasenverdrescher und den Empfehlungen. Mareike List ist systemische Coach und Expertin für berufliche Neuorientierung in ihrem eigenen Unternehmen und parallel Projektmanagerin für Organisationsentwicklung beim S. Fischer Verlag. Davor war sie in verschiedenen Positionen im Marketing tätig. Mareike hat Wirtschaftsanglistik und Marketing studiert. Dazu hat sie eine Ausbildung als systemischer Coach und verschiedene Zusatzqualifikationen wie zum Beispiel LINC Personality Profiler, Facilitation, Hypnose und Stressmanagement. Wir haben uns über das Netzwerken auf LinkedIn kennengelernt und ich freue mich sehr, dass du heute da bist. Sehr gerne. Ich finde dein Thema unglaublich spannend und ich bin mir ganz sicher,
Mareike List
00:01:22
Ja, ich mich auch. Vielen Dank für die Einladung.
Elisabeth Tophinke
00:01:23
dass die Gäste und Gästinnen da heute auch sehr, sehr viel mitnehmen können, wenn sie den Podcast hören. Dann legen wir los, oder? Steigen direkt ein. Dann kommt meine erste Schnellfeuerfrage und zwar Was vereinbarst du in deinem Leben, Mareike?
Mareike List
00:01:36
Sekunde. Ja, ich vereinbare meinen Job und da muss ich ja gleich sagen, es ist meine Anstellung und meine Selbstständigkeit, also im Prinzip zwei Jobs, mit meinem fünf Jahre alten Sohn, meinem Mann, verschiedene andere Rollen, Tochter, Schwester, Freundin und so weiter und aber auch Zeit für mich.
Elisabeth Tophinke
00:02:05
Wichtige Ergänzung. Vergessen manche Eltern, du bist jetzt zu doll. Wie teilst du dir denn die Care-Arbeit?
Mareike List
00:02:13
Seitdem unser Sohn im Kindergarten ist, teilen wir uns die Care-Arbeit 50-50. Das heißt, arbeiten beide im Moment, ich sag mal, vollzeitnah, so ungefähr 35 Stunden pro Woche. Machen das aber auch so, dass jeder mal einen langen Arbeitstag hat, auch mal später Termine wahrnehmen kann, dass wir aber auch nachmittags gemeinsam verbringen mit unserem Sohn, dass wir auch so was wie Kind krank oder Kita zu oder Arzttermine möglichst abwechselnd wahrnehmen. Also wir sind ja sehr paritätisch unterwegs, vielleicht bis auf eine kleine Ausnahme. Bei so bestimmten organisieren wir das auch je nach Laune oder je nach Neigung. Das heißt, ich bin schon klassischerweise so für das Thema Orga, Kinder, Klamotten, Playdates und so weiter zuständig. Mein Mann kümmert sich dafür sehr viel Orga, was das Haus, den Garten, Auto betrifft und so weiter. Von daher, ich finde es auch wichtig, dass man da bisschen flexibel ist und auch schaut. Vielleicht auch wer ist gerade ein bisschen mehr eingebunden mit der Arbeit oder gesundheitlich oder so, dass man da auch immer ein bisschen flexibel ist. Wer in der Familie, also sowohl mein Mann, ich oder auch unser Sohn, vielleicht besondere Aufmerksamkeit bedarf und dann passen wir unser Modell auch an.
Elisabeth Tophinke
00:03:18
Was gefällt dir denn am meisten an deinen Jobs?
Mareike List
00:03:24
Zum einen muss ich sagen, dass ich einfach mehrere Jobs habe. Das vereint sehr viele Interessen von mir. Im Detail bei meiner Selbstständigkeit ist es das Thema Selbstbestimmung. Diese Freiheit, entscheiden zu können, wann ich arbeite, an was ich arbeite, was für Tätigkeit ich ausübe, vor allen Dingen aber auch, mit welchen Menschen ich zusammen arbeite. Das gibt mir ein immenses Gefühl von Freiheit, auch von Sinn, an sinnhaften Tätigkeiten und einem Thema zu arbeiten, da einfach Frauen zu unterstützen. Das gibt mir extrem viel Erfüllung, Motivation und auch Freude. Und genauso ist auch meine Anstellung im Bereich Organisationsentwicklung. Finde ich es einfach super spannend, so am Puls der Zeit zu sein und auch da wieder Menschen und Organisationen dabei zu begleiten. mit Veränderungen gut umzugehen und sich zukunftsfähig aufzustellen. Das ist eigentlich so die Klammer von meinen beiden Tätigkeiten, Menschen in Veränderungsprozessen zu begleiten, auf organisationaler Ebene oder auf Individualebene.
Elisabeth Tophinke
00:04:32
Ja, die Gemeinsamkeiten sind tatsächlich sogar sehr naheliegend. Und letzte Schnellfeuerfrage. Was ist denn aktuell deine größte Herausforderung beim Thema Vereinbarkeit?
Mareike List
00:04:43
Bei mir ist es tatsächlich diese Balance zwischen dem Aufbau meiner nebenberuflichen Selbstständigkeit und Familienzeit. Ich muss sagen, ich brenne schon wirklich sehr für meine Selbstständigkeit, für mein Thema. Und da fällt mir die Abgrenzung oft schwer, von der Zeit her auch aufzuhören. Und ich muss auch sagen, der Aufbau von so einer Selbstständigkeit dauert wirklich Zeit. Auch wenn man bestimmte andere Jobs und Rollen noch hat, dann dauert das extrem lange. Und ich bin auch öfters mal weg auf einer Fortbildung oder zum Networking mal abends. Oder auch wenn ich Workshops gebe oder Kurse, ist das auch schon mal abends oder am Wochenende. Das geht natürlich auch in die Familienzeit rein. Und da fällt es mir wirklich schwer, die Abgrenzungen und die Vereinbarkeit wirklich immer zu gewähren.
Elisabeth Tophinke
00:05:27
Sehr nachvollziehbar. Danke, Mareike. Ich habe das Gefühl, wir wissen jetzt schon so ein bisschen, wer du bist, können dich schon kleines bisschen einschätzen und dann können wir jetzt richtig
Mareike List
00:05:36
Gerne.
Elisabeth Tophinke
00:05:37
einsteigen und mehr über dich erfahren. Mareike, ich würde gerne wissen, wie bei dir das ganze Thema Karriere und Kind zusammengekommen ist. Also wie hat sich deine Karriere entwickelt und wann, welchem Zeitpunkt, vielleicht auch in welcher Rolle ist das Kind dazugekommen und wie hast du dann so dieses Thema Beruf und wieder Einstieg genau gemanagt. Da bin ich wirklich auch neugierig, wüsste gerne, in welcher Art von Arbeitsmodell, das so bisschen greifen zu können, wie du das genau gemanagt hast.
Mareike List
00:06:01
Ja, also zu meiner Geschichte, auch vielleicht wie ich zu dem gekommen bin, wo ich heute bin, gehört für mich schon so dieser Einstieg, was du am Anfang auch erwähnt hast. Also ich habe ja ein breites Studium studiert mit Fokus auf internationalem Marketing, habe verschiedene Stationen dadurch in verschiedenen Unternehmen und habe aber in der Zeit gemerkt, so immer, egal wo ich war, dass ich so dieses Gefühl hatte, es passt irgendwie nicht so richtig. Also ich musste mich immer so anstrengen. das Gefühl ist, ich bin vielleicht nicht gut genug oder so. Und das hat dann bei mir kurz nach dem Berufseinstieg dazu geführt, dass ich noch mal so alles in Frage gestellt habe und mir wirklich Zeit genommen habe, mich noch mal strategisch damit zu beschäftigen. Was will ich überhaupt? Was sind eigentlich meine Werte? Was sind so Tätigkeiten, die mich erfüllen? habe ich für Interessen? Und vor allen Dingen auch, was für Rahmenbedingungen brauche ich denn, damit ich das Gefühl habe, es passt, damit ich zufrieden bin. Dann habe ich informelle Gespräche geführt, ganz viele, Klarheit darüber zu bekommen, was passt wirklich oder wie ist es auch wirklich im Unternehmen. Und habe im Prinzip so einen ganzen Prozess von einer beruflichen Neuorientierung einmal für mich durchlaufen. Und am Ende von diesem Prozess hatte ich ein Gespräch auch mit einem Unternehmen geführt, wo ich so dachte, das passt total. Und es ging uns beiden so. Und dann haben die mir am Ende eine Stelle angeboten, die so gar nicht offiziell existiert hat. Also die haben die für mich geschaffen. Und ja, da habe ich dann angefangen. Und weil es so gut gepasst hat, bin ich bei dem Unternehmen jetzt seit 14 Jahren. Und das ist so meine Geschichte auch. Ein großer Teil meiner Berufserfahrung ist bei diesem Verlag. Ich habe mich dann intern immer mal wieder weiterentwickelt. Ich bin vom Marketing zum Projektmanagement zur Organisationsentwicklung. Habe also so ein Jobcrafting betrieben. Und Ähm, ja, ich hab mich dann vor zweieinhalb Jahren selbstständig gemacht. Zu der Frage, wann das Kind dazukam.
Elisabeth Tophinke
00:07:54
So in welcher Rolle und in welchem Setup, das finde ich immer ganz spannend.
Mareike List
00:07:58
Ja, genau. ja, ich war damals Vollzeit als Projektmanagerin tätig und hatte da schon so eine Phase, ich so gedacht habe, irgendwie ist zwar alles in Ordnung, aber irgendwie fehlt mir so was. Ich wusste gar nicht so genau was. Ich hatte dann schon so die Idee, naja, vielleicht kann ich ja was mit diesem Thema berufliche Neuorientierung machen, weil ich hatte so in letzten Jahren festgestellt, dass es gar nicht mir so geht alleine, sondern dass es vielen von meinen Freundinnen vor allen Dingen in meinem Umfeld so ging, dass sie irgendwas durch Zufall vielleicht auch eine Studiumsentscheidung, eine Ausbildungsentscheidung getroffen haben, Job irgendwo gelandet sind und dann irgendwann merken, eigentlich passt gar nicht so richtig zu mir und aber nicht wussten, wie sie das angehen sollen, wie sie sich neu orientieren sollen. Und da hatte ich dann so meine Erkenntnisse, meine Erfahrungen immer mal wieder informell weitergegeben. Und da musste ich so an diesen Zeitpunkt dran denken, dass das ja eigentlich was ist, was total wertvoll ist und ob ich das nicht vielleicht irgendwie diesem Thema irgendwie weitergehen kann. Wusste aber nicht so richtig wie, weil auch das Thema Selbstständigkeit kam für mich lange überhaupt nicht in Frage. Ich bin sehr, sehr sicherheitsorientiert. Und naja, dann hat das so ein bisschen von meiner Lebenslinie zusammengekommen mit dem Zeitpunkt, ich habe dann geheiratet. Dann kam das Thema Kinderwunsch, Familienplanung und das hat dann relativ schnell auch funktioniert. Das heißt, ich bin dann schwanger geworden, bin in die Elternzeit gegangen und hatte so in meinem Kopf innerlich, naja, vielleicht kann ich ja in der Elternzeit da mal bisschen drüber nachdenken. So, da hab ich ja Zeit, ne.
Elisabeth Tophinke
00:09:28
Wie lange warst du weg in Elternzeit?
Mareike List
00:09:30
knapp anderthalb Jahre.
Elisabeth Tophinke
00:09:32
Und dann auch in Vollzeit weg? wie bist du zurückgekommen? ... Also ... Mhm. Ja.
Mareike List
00:09:36
Ich bin in Teilzeit dann wieder eingestiegen.
Elisabeth Tophinke
00:09:37
Genau, dann hast du dich orientiert in deiner Elternzeit.
Mareike List
00:09:39
Genau. Also das war mein Plan.
Elisabeth Tophinke
00:09:41
für dich überlegt. Mhm.
Mareike List
00:09:41
Ja, das wollte ich eigentlich machen. Ich hatte diese Instagram Vorstellung von, da sitzt man, trinkt Kaffee und kann dann halt irgendwie ein Business aufbauen und so. Hab dann gemerkt bei mir, das ist gar nicht möglich gewesen. Also ich hab 2020 meinen Sohn bekommen, Corona. Das war sehr, anstrengend und ich hatte gar keine Kapazität dafür, mich irgendwie damit zu beschäftigen. Was will ich jetzt? Es ging erst mal ums Überleben, mein Kind anzukommen und so weiter. Das heißt, ich hab das dann erst mal geparkt und bin wieder in Job eingestiegen. Mich hat's aber nicht losgelassen, sodass ich dann, ja, brainstormings gemacht hab, okay, wie kann ich das vielleicht machen? Meine Idee war ursprünglich, irgendwie ein Buch zu schreiben, so naheliegend, ich komm ja aus dem Verlagswesen. Und naja, dann hab ich aber irgendwann, die Erkenntnis gehabt, dass ich das eigentlich gerne im eins zu eins, also so wie ich das sonst auch gemacht hab, anderen Frauen weiterhelfen, ganz nah dabei sein. die zu begleiten und wollte dann, ich habe auch so einen Perfektionismusanspruch in mir, ich wollte das dann nicht einfach so machen, sondern ich wollte mich auch noch entsprechend aufstellen, habe dann recherchiert und habe mich dann entschieden, Coachingausbildung zu machen, so eine professionelle Gesprächsbasis zu haben, Menschen wirklich professionell begleiten zu können.
Elisabeth Tophinke
00:11:01
Das schafft ja auch Vertrauen. Das so mein Eindruck.
Mareike List
00:11:03
Mhm. Ja.
Elisabeth Tophinke
00:11:04
Deswegen diese Zertifikate, die man ansammelt. ist ja auf der einen Seite Wissen, auf der anderen Seite ist es auch einfach so bisschen die Glaubwürdigkeit, dass es eben Praxis plus Theorie ist. Das zählt irgendwie immer noch in unserer Welt.
Mareike List
00:11:17
Ja, lustig. Genau, Thema Zertifikat war für mich schon auch ein Thema, warum ich das gemacht habe. Ich muss gestehen, ich hatte davor gar nicht so eine Vorstellung, was Coaching wirklich ist. Ich habe das dann erst in der Ausbildung tatsächlich verstanden, wie wirksam Coaching sein kann bei Unzufriedenheit, bei Veränderungsprozessen und war von dem Augenblick so geflasht, dass ich gesagt habe, das möchte ich als Werkzeug für meine berufliche Neuorientierung nutzen. Aber ich möchte wirklich auch Coach sein. Das hat mich so fasziniert und begeistert. Weil Coaching ist ja so viel mehr als Wissensvermittlung, sondern das ist eine Haltung, die man entwickelt. man, also nicht nur im Coaching mit Kundinnen, wie man vorgeht, sondern auch in seinem privaten Umfeld. Also eine ganz andere Haltung, man annimmt, wie man auf Dinge blickt und auf Veränderungen. Das hat für mich wirklich auch eine Riesenbereicherung für mein Leben ergeben. Und vielleicht da nochmal zurück zum Arbeitsmodell. Bevor ich dann diese Coaching-Ausbildung angefangen hatte, habe ich dann entschieden, ich glaube zu dem Zeitpunkt hat unser Sohn dann so bisschen das Betreuungsmodell gewechselt und war länger in Betreuung. Und ich habe dann aber nicht in der Anstellung aufgestockt, sondern ich habe diese Stundenzahl beibehalten und hatte dann sozusagen den Freitag immer frei, diese Coaching-Ausbildung zu machen. Also das war dann mein Arbeitsmodell zu diesem Zeitpunkt, dass ich ungefähr 20 Stunden angestellt war. Dann hatte ich noch den Freitagvormittag oder so, den ich dann für meine Selbstständigkeit, erstmal für die Ausbildung hatte. Und dann eben den Rest, natürlich auch noch Mama sein. Ja, so war meine Aufstellung und so habe ich das dann Schritt für Schritt neben dem Job, neben dem Mama sein, angefangen aufzubauen. Und dadurch, dass das für mich so eine Vision war, die ich einfach für die ich bis heute ja immer noch brenne, ist das für mich dann auch irgendwie leichtgefallen, einen Schritt nach dem anderen zu gehen und so es immer weiter aufzubauen.
Elisabeth Tophinke
00:13:06
Ja, sehr, sehr schön. Und jetzt bist du im gleichen Stunden-Setup unterwegs wie damals oder haben sich die Stunden so bisschen verändert? Und wie viele sind es genau? Nur damit man so ein Gefühl kriegt, ist das dieser eine Tag die Woche, den du frei hast oder mehr?
Mareike List
00:13:19
Ich habe das dann noch mal so gemacht, wie ich das auch damals schon gemacht hatte. Unser Sohn ist dann irgendwann im Kindergarten so gut angekommen gewesen, dass er von sich aus noch länger von der Uhrzeit da bleiben wollte, weil seine ganzen Freunde auch dann eben länger geblieben sind. Und da haben wir gesagt, wenn es ihm gerade da gut tut, dann geben wir ihm das jetzt auch und nutzen die Zeit auch für uns, jetzt wieder so bisschen aufzustocken. Und dann haben wir dieses Modell, was ich am Anfang angesprochen hatte. Ich bin ja immer noch 20 Stunden angestellt. und habe eben dann diesen Rest der Zeit, ich habe es jetzt auch so aufgeteilt, weil man muss ja auch schon bisschen schauen, dass man tatsächlich in die Quere kommt mit Anstellung und Selbstständigkeit. Das heißt, ich habe schon feste Tage, montags und freitags habe ich jetzt für meine Selbstständigkeit. Also insgesamt diese 35 Stunden, Entschuldigung.
Elisabeth Tophinke
00:14:00
Ich frage deshalb so genau nach, weil ich immer wieder die Erfahrung mache, dass das hilft, wenn man sich das sehr genau vorstellen kann. Und jetzt hast du zwei Dinge gleichzeitig, zu je 50-50 ungefähr. Also das Thema Festanstellung in der Organisationsentwicklung und deine Selbstständigkeit im Bereich berufliche Neuorientierung. Du hast dafür auch den Begriff Portfolio-Karriere, schon so schön genannt in den Schnellfeuerfragen. Ein Begriff, den ich auch durchaus verwende für mein Setup, das sich aber so im Verhältnis ganz anders darstellt. Ich mache ja wirklich Vollzeit meine Festanstellung und mit den Stunden, die ich durch sehr viel Unterstützung im Haushalt und so weiter hinkriege, mache ich meine nebenberufliche Selbstständigkeit als Speakerin und Podcasterin. Deswegen ist das auch nochmal ein bisschen ein Unterschied. Aber diesen Begriff Portfolio-Karriere, den habe ich an der einen oder anderen Stelle schon erwähnt. Und glaube, du bist genau die Richtige, einmal zu erklären, was ist das genau? Weil der Begriff ist ja vielleicht doch nicht so ganz eindeutig. Und was ich wirklich spannend fände, wäre zu erklären, was dahinter steckt. Für wen könnte das was sein? Warum machst du das genau so?
Mareike List
00:15:06
Ja, also Portfolio-Karriere oder Job-Portfolio, manche sagen auch Mosaikkarriere dazu. Was sich dahinter verbirgt, ist im Prinzip ein Modell, das so ein bisschen diesem klassischen, auch linearen Karriereweg entgegengesetzt ist. Also, dass man einen Job hat, da steigt man ein, unsere Eltern sind dann noch bis zur Rente dageblieben. Heutzutage hat es jetzt bisschen auch aufgeweicht, dass man mehrere Arbeitgeber hat, aber es ist durchaus auch bei meinem Verlag so, dass viele 20, 30, 40 Berufsjahre dort sind. Und im Gegensatz dazu, das Jobportfolio bedeutet, dass man mehrere Bausteine hat. Also nicht nur diesen einen Job, dem sich alles dreht, sondern mehrere Bausteine. Das kann sein, dass man eine Kombination aus Anstellung und Selbstständigkeit hat. Das kann auch sein, dass man vielleicht zwei verschiedene Freelancer-Tätigkeiten vereint. Also was genau diese, diese Bausteine füllt, ist total unterschiedlich. Das kann auch sein, dass man zum Beispiel seine Arbeitszeit auch reduziert und neben der Anstellung noch mal ein Ehrenamt hat oder was auch immer vielleicht Teil des Lebens sein soll. Das heißt, die Inhalte sind ganz individuell. Es kann auch sein, dass man das nicht immer parallel macht, also dass man vielleicht auch mal so bisschen sequenziell, dass sich überlappt. Weiterbildung finde ich auch noch mal ein ganz tolles Beispiel, dass man auch neben der Anstellung wirklich eine
Elisabeth Tophinke
00:16:29
Ja. Ein Studium zum Beispiel, ein nebenberufliches Studium,
Mareike List
00:16:31
Ja, vielleicht noch... Richtig, genau. Genau.
Elisabeth Tophinke
00:16:32
da kann man ja zum Beispiel auch auf vier Tage die Woche reduzieren oder vielleicht
Mareike List
00:16:33
Genau. Ja. Genau. also für wen und warum machen das viele Menschen? Ich glaube, bei manchen ist es vielleicht auch aufgrund der vielleicht finanziellen
Elisabeth Tophinke
00:16:38
auch noch auf drei Tage, je nachdem wie umfangreich das Studium ist und wie schnell
Mareike List
00:16:43
Situation so, dass sie eben beispielsweise nur einen Teilzeitjob haben und dann
Elisabeth Tophinke
00:16:43
man fertig sein möchte.
Mareike List
00:16:48
vielleicht sich noch einen weiteren dazuholen. Das kennt man ja auch so, einfach das Einkommen aufzustocken. Aber bei vielen ist es so wie auch bei mir, dass es eher daran ... liegt, dass man verschiedene Interessen hat. Viele sind auch Scanner-Persönlichkeiten, noch so einen weiteren Begriff reinzubringen. Also das heißt Menschen, die einfach vielseitig interessiert sind, die verschiedene Themen lieben und das auch in ihrem Leben brauchen. Und dieses Jobportfolio ist eine super Möglichkeit, verschiedene Interessen in seinem Leben zu vereinen. So ist es eben bei mir auch. Also bei mir geht es so Bedürfnisse wie Sicherheit. Das heißt, diese Anstellung ist für mich schon auch ein großes eine große Möglichkeit, mein Bedürfnis nach Sicherheit zu stillen und gleichzeitig die Selbstständigkeit, mein Bedürfnis nach Selbstbestimmung zu erfüllen. Also mal so als klassisches Beispiel kann aber natürlich einfach auch themenspezifisch sein, dass man eben verschiedene Themen hat.
Elisabeth Tophinke
00:17:50
Und es ist, wenn ich dir so zuhöre und meine eigenen Beobachtungen damit reingebe, auch ein Setup, das ich für sehr zukunftsträchtig halte. Weil genau wie du sagst, der lineare Lebenslauf hat so bisschen ausgedient. Die Alternative ist aber ja vielleicht auch nicht diese völlige Abhängigkeit von ich suche mir hier wieder was Neues, ich muss dann umziehen, ich lerne wieder was anderes. Weil diese langfristige Zugehörigkeit zu einem Unternehmen und die damit verbundene Sicherheit, die fehlt natürlich, wenn Wechsel häufiger werden, wenn Fluktuationen Unternehmen häufiger werden. Und eine Portfolio-Karriere kann solche Dinge hier abfedern, indem man dann von dem einen Job quasi hochskalieren kann, Übergangszeiten zu überbrücken oder sich auch parallel weiterzuentwickeln, weiterzuqualifizieren, dann einen Karrierewechsel vorzubereiten. Also ich gebe noch mal so bisschen was rein, weil ich merke, dass dieses Thema Portfolio-Karriere für mich total spannend ist und trotzdem viele Leute sich nur fragen, was machst du gleichzeitig? Zwei Sachen? Ja, und wie organisierst du das oder so? Also ich krieg da immer noch gefühlt sehr viele Fragezeichen und Rückmeldungen, wo ich mit denke, also so schrecklich kompliziert ist es eigentlich nicht.
Mareike List
00:18:57
Ja, also man muss natürlich schon schauen, dass man auch die Abgrenzung schafft und dass man sich da nicht zu viel zumutet. Aber wenn das eben aus so einem Ansporn heraus entsteht, wie ich gerade sagte, dass es so verschiedene Bedürfnisse im Leben erfüllt, kann das ja einfach auch zu ganz viel Motivation führen. Und ich bin da total an der Meinung, das ist ein sehr zukunftsfähiges Setup, sage ich mal. Weil diese linearen Karrieren, das sehen wir jetzt schon, das wird in Zukunft mit der KI-Transformation noch viel mehr der Fall sein, dass diese linearen Karrieren immer weniger werden und Karrierewege vielfältiger werden. wenn man sich da ein bisschen breiter aufstellt und vielleicht auch in so einer Selbstständigkeit solche Skills wie unternehmerisches Denken, auch Anpassungsfähigkeit, Flexibilität trainiert, stellt man sich einfach viel, besser auf. Und wie du sagst, das sage ich auch immer viel, wenn man sich mit so einem Jobportfolio oder auch erstmal, da kommen wir auch nachher noch zu. mal überlegt, was könnten denn verschiedene Optionen sein, die zu mir passen könnten. Das gibt so eine Freiheit, sich auch in Zukunft, wenn mal so eine Säule wegfällt, die andere Säule vielleicht hochzufahren. Also halte ich auch für sehr, sehr zukunftsfähig dieses Modell.
Elisabeth Tophinke
00:20:06
Schöne Zusammenfassung. Einen Gedanken möchte ich noch reingeben, wenn ihr so etwas gestaltet, dann Rückmeldung bekommt in die Richtung, geht das denn, ist das nicht zu viel? Klassischerweise gibt es im Top-Management auf den allerhöchsten Positionen dieses Thema, dass man ab einem gewissen Alter und gewisser Berufserfahrung plötzlich noch Aufsichtsratsmandate zum Beispiel dazu hat, ist eigentlich auch ein Nebenerwerb. Oder dass man zum Beispiel dann mit zunehmendem Vermögen plötzlich irgendwelche Immobiliengesellschaften gründet, seinen wachsenden Reichtum irgendwie noch zu verwalten. Das ist auch ein Job, der anmeldungspflichtig ist. Also worauf ich hinaus möchte ist... Es gibt da jetzt einen schönen neuen Begriff dafür. Und ich merke, dass sich Mütter und Frauen da so bisschen mehr ran trauen. Aber habt da keine Angst und lasst euch da nicht einreden, dass das nicht geht. Das gab es schon immer. Und diese klassischen Beispiele helfen euch vielleicht da vielleicht ein bisschen mit breitem Kreuz zu sagen, ich kriege das hier nicht, ich will das. Wenn das die Geschäftschefs Mitte 50 hier hinkriegen, warum sollte ich mit meiner Lebenserfahrung und mit meinem vereinbarkeitserprobten Risikohandling das nicht auch hinbekommen? Mareike, jetzt ist Portfolio-Karriere hier eine mögliche Lösung auch für eine berufliche Neuorientierung. Ich würde jetzt gerne aber auch so dieses Thema wie orientiert ... Man sich denn neu, bevor man zum Beispiel bei so einer Lösung landet, nochmal so von Grund auf bisschen aufrollen. Denn wenn ich mir so die Zahlen angucke, da gibt es unterschiedliche, aber solide Studien, zum Beispiel von diesem Jahr, eine Registerstudie des European Sociological Review sagt, nach der Elternzeit sind 18 % der Mütter bei einem anderen Arbeitgeber. 18 % finde ich ist schon ziemlich viel, wenn man bedenkt, dass eine Elternzeit jetzt auch gar nicht so schrecklich lange ist. Also auf der einen Seite würde ich mit der Zahl gerne sensibilisieren dafür, dass es vielleicht eine gute Idee ist auch für Arbeitgeber, die Potentialträger und Trägerinnen halten wollen, da sich aktiv damit auseinanderzusetzen. Auf der anderen Seite könnte ich mir aber auch vorstellen, dass das Hörer und Hörerinnen inspiriert, sich mit dem Thema Neuorientierung zu beschäftigen und sich da nicht so alleine zu fühlen. Wie fängt denn jetzt jemand an, der vielleicht aufgrund des Themas Vereinbarkeit Aber vielleicht auch einfach, weil der Job jetzt drei Jahre schon ... Quasi, weil man das schon drei Jahre macht und nicht sieht, dass die nächste große Herausforderung direkt die Ecke ist. Also, wie geht man dieses Thema Neuorientierung denn an?
Mareike List
00:22:31
Ja, also ich würde empfehlen, ganz am Anfang, wenn so dieses Thema Unzufriedenheit hochkommt. Das kann sein, dass es konkrete Gründe hat, dass man vielleicht sich nicht wertgeschätzt fühlt, dass man vielleicht auch ganz konkret den Job gekündigt bekommen hat. Kann aber auch sein, dass man eher so ein diffuses Gefühl von Unzufriedenheit, von Gehetztheit, von ich werd irgendwie gar kein mehr gerecht und irgendwie passt mein Job nicht jetzt mit meiner Familie mehr zusammen. aber man vielleicht gar nicht so genau sagen kann, woran es jetzt liegt oder was man vielleicht stattdessen bräuchte, dann empfehle ich, dem ersten Schritt mal genauer sich diese Unzufriedenheit anzuschauen. Also zu überlegen, was genau ist es, was mich stört und was fehlt mir. Das können auch so Grundbedürfnisse sein wie vielleicht fehlt mir Sinnhaftigkeit, vielleicht fehlt mir Autonomie. vielleicht fehlt mir auch einfach Abwechslung in meinem Leben. sein. Also da mal genauer hinzuschauen, was für ein Aspekt ist es wirklich, der mir fehlt und dann zu überlegen im ersten Schritt...
Elisabeth Tophinke
00:23:29
und da bisschen tiefer zu graben. das klingt super reflektiert. Und ich weiß, wenn man mit sich selbst beschäftigt hat und tiefer eingetaucht ist, dann sagen einem die Begriffe auch alles. Aber im Prinzip sind die Symptome für die Bedürfnisse, die du schilderst, vielleicht noch bisschen praktischer. Also kannst du da noch mal sagen, was wäre so Beispiel für fehlende Autonomie zum Beispiel? ein anderes, damit man so ein Gefühl kriegt, okay, von dieser Situation schließe ich jetzt auf Autonomie fehlt mir.
Mareike List
00:23:55
Also da würde ich mal genauer reingehen in eine Selbstbeobachtung, Wahrnehmung. Also zu schauen, ich bin unzufrieden. Woran merke ich das? Also was für Gedanken kommen mir da in Kopf? An welche Situation denke ich? Und im Beispiel Autonomie, naja, könnte es vielleicht sowas sein wie, ach, jetzt bekomme ich schon wieder eine Aufgabe, ich habe überhaupt keine Lust drauf, warum eigentlich? ist doch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Ich spinne jetzt einfach nur mal ein paar Beispiele, ja? Aber ich...
Elisabeth Tophinke
00:24:23
Naja, genau, aber ich glaub, das hilft. Weil Autonomie, weiß, ist so ein wichtiges Grundbedürfnis, aber es ist auch eins, da muss man ein bisschen in sich heinhorchen, zu verstehen, dass es das ist, das man gerade vermisst.
Mareike List
00:24:34
Genau. Also bei mir war das zum Beispiel auch so, dass ich... Also, ich kenne ja alle Mütter, wenn man... Kurz nach der Geburt, man ist sehr, fremdbestimmt. Klar, dieser kleine Mensch braucht erst mal ganz, ganz viel Aufmerksamkeit. Und bei mir war dieses Thema Autonomie, Selbstbestimmung früher nie so ein Riesenthema. Aber nach der Geburt haben sich meine Bedürfnisse nochmal verschoben. Und das ist, ich, auch ganz wichtig, sich mal vor Augen zu führen, dass so Werte, man hat, Bedürfnisse... Die verschieben sich nach so einer Geburt, nach so einem prägenden Lebensereignis, können die sich massiv verschieben. Deswegen ist es auch so wichtig, noch mal, wenn man das vielleicht auch nicht so geübt ist, jeden Fall mal reinzugehen und sich zu fragen, was ist mir gerade wichtig? Was fehlt mir? Was brauche ich, damit ich glücklich bin und zufrieden bin? Bei mir war das Thema so krasse Fremdbestimmung, dass bei mir das Bedürfnis nach Selbstbestimmung so stark gestiegen ist, dass für mich am Ende sogar eine Selbstständigkeit in Frage kam. Also da zu schauen ... Genau, was sind das für Gedanken für Situationen, das vielleicht mal mit jemandem zu besprechen, herauszufinden, was sind so diese Aspekte?
Elisabeth Tophinke
00:25:30
Naja, jemanden vielleicht zuhören lassen, mit dem Auftrag genau hinzuhören und die Bedürfnisse aufzuschreiben, fällt einer Beobachterin oder einem Beobachter vielleicht sogar leichter als einem selbst. Nicht ein sehr guter Also Ist-Analyse könnte man diesen ersten Schritt nennen.
Mareike List
00:25:40
Ja.
Elisabeth Tophinke
00:25:43
Situation verstehen und verstehen, was die Unzufriedenheit ausmacht. Und dann, was ist der nächste Schritt?
Mareike List
00:25:48
Hm? Genau. Ich würde vielleicht noch mal da einen kleinen Einschub machen, weil ich das auch ganz wichtig finde, weil ich das ab und zu mal erlebe. Ich will bei dieser Ist-Analyse auch schauen, den Blick weiten, nicht nur auf den Job, sondern ganzheitlich. Ich bin systemisch ausgebildet, das heißt, würde empfehlen, auch ganzheitlich mal auf das Leben zu schauen, auf die Lebenssituation. Das heißt, es kann sein, dass ich eine Unzufriedenheit im Job verspüre. Wenn ich aber mal ganzheitlich draufschaue... auch mal vielleicht die Beziehung, Partnerschaft mit einbeziehe, das Setup, was du vorhin auch gefragt hast, wie teilt ihr euch die Care-Arbeit, kann es vielleicht auch rauskommen, dass diese Unzufriedenheit auch dadurch verursacht ist, dass vielleicht ein Ungleichgewicht in der partnerschaftlichen Verteilung von Care-Arbeit herrscht und es dadurch zu dieser Gehetztheit, diesem Gefühl von, ich kann es gar nicht allen Bereichen recht machen, Und dann, also... Ursachenanalyse, wenn es vielleicht daran liegt, zu schauen im nächsten Schritt, was kann ich denn verändern? Vielleicht ist es im Job, aber vielleicht ist es auch irgendwas in einem anderen Lebensbereich. Und dann an der richtigen Stellschraube zu drehen, finde ich ganz wichtig. genau, das wäre eben der nächste Schritt jetzt zu schauen, was kann ich denn konkret beeinflussen oder verändern? Also auch wenn vielleicht so ein erster Reflex ist, ich bin unzufrieden im Job, es passt nicht mehr, suche ich mir einen neuen Arbeitgeber.
Elisabeth Tophinke
00:26:52
Ja.
Mareike List
00:27:07
würde ich erst mal empfehlen zu schauen, was kann ich denn jetzt in meinem Job verändern? Also dieses Stichwort Jobcrafting. Oft denken wir, und es ist natürlich auch oft so, aber wir vermuten, dass es nicht möglich ist, Unternehmen als Mutter in Teilzeit beispielsweise eine Führungsrolle zu übernehmen. Oder ich werde jetzt vielleicht bei einer Gehaltsrunde ausgelassen oder sowas. Das kommt alles vor, das wissen wir ja auch aus Studien. Aber nichtsdestotrotz, lohnt es sich. zu überlegen, was würde mir jetzt vielleicht mehr Werte geben? Ist es eine Gehaltssteigerung? Ist es, dass ich wieder für ein verantwortungsvolles Projekt dazugezogen werde? Und das anzusprechen, ganz konkret. Manchmal kann es auch sein, dass man irgendwie so aus einem wohlwollenden Gedanken heraus geschützt wird als junge Mama. Und das finde ich ganz wichtig, da ins Gespräch zu gehen und auszuloten, was sind meine Möglichkeiten in meinem Job jetzt, da etwas zu verändern, dass ich zufriedener werde? Weil man muss auch sagen, als junge Mama ist es natürlich auch, wenn man üblicherweise einen Teilzeitjob wieder sucht, ist es auch nicht einfach. Von daher würde ich da erst mal raten zu schauen, was kann ich in meinem jetzigen Job ändern, damit ich zufriedener bin.
Elisabeth Tophinke
00:28:06
Ne, wirklich nicht. Und es ist ja tatsächlich auch häufiger so, dass wenn man sich schon bewiesen hat in dem Job und auch die Möglichkeiten schon ein bisschen besser einschätzen kann, da vielleicht auch ein gewisses Netzwerk hat, dass es leichter ist, an eine Position zu kommen, die dann sehr individuell zu einem passt, als wenn man über den externen Arbeitsmarkt geht, der doch auch ein ganzes Stück intransparent ist und wo dieses, wir wissen schon, dass du es kannst, ja wegfällt. Dieses, beweisen müssen muss dann immer erst noch geleistet werden. Genau.
Mareike List
00:28:34
Ja, genau. Und was ich jetzt noch ergänzen wollte, ich glaube, man darf sich auch ehrlich fragen, wenn es irgendwelche Dinge gibt, die vielleicht auch erstmal so widersprüchlich sind, wie, ja, ich möchte gerne dieses Projekt wieder, ein verantwortungsvolles Projekt betreuen, was ich vielleicht auch vor der Elternzeit, vor der Geburt von meinem Kind bekommen habe. Gleichzeitig merke ich aber, dass ich vielleicht gar nicht die Energie habe, dass ich einfach auch meinen Fokus gerade auf meinem Kind habe, ja. Und dann sind oft so widersprüchliche Bedürfnisse da. da mal ehrlich hinzuschauen, welches Bedürfnis jetzt Priorität hat. Es kann sein, dass es diese Lebensphase jetzt gerade auch okay ist, die Leistungsansprüche mal runterzuschrauben und nur für das Kind da zu sein, auch wenn man ansonsten eine leistungsorientierte Frau ist. Das finde ich ganz wichtig zu schauen. Es sind Lebensphasen und es kann auch wieder eine Lebensphase danach kommen, wenn das Kind wieder vielleicht mehr Betreuung ist, man mehr Energie hat. Und dann kommt automatisch wieder was anderes, das Priorität hat. Da auch so bisschen liebevoll mit sich zu sein und ganz genau zu schauen, okay, was ist für mich gerade am wichtigsten.
Elisabeth Tophinke
00:29:36
Also in der Ist-Aufnahme nicht nur den Beruf angucken, sondern auch das gesamte Privatleben. Stichwort auch Aufteilung von Care-Arbeit und Mental-Load. Da gibt es auch ein paar Tests, wie man das noch bisschen einfacher machen kann in der Ist-Aufnahme, auch in der Partnerschaft. Und was ich hier jetzt auch noch gehört habe und noch mal unterstreichen möchte, ist, dass du sagst, es lohnt sich, da noch mal ganz ehrlich mit sich selbst zu sein und eine Freundin dazu zu nehmen und dass ich da auch über den eigenen Horizont hinaus zu orientieren. Ja, was ist dann der nächste Schritt?
Mareike List
00:30:08
Ja, also als nächstes würde ich dazu empfehlen, wenn man jetzt unzufrieden ist, man merkt, okay, ich möchte irgendwie was verändern, ich weiß vielleicht noch nicht so ganz genau, wo es jetzt hingehen soll, was mir wichtig ist, diese Chance auch mal wirklich zu nutzen, sich tiefer damit zu beschäftigen, was ist mir wichtig, also Klarheit zu bekommen über Werte, über Bedürfnisse, über Lieblingstätigkeiten. über Interessen, die man so hat, aber auch vor allen Dingen über Rahmenbedingungen. Also auch so was wie, was für eine Arbeitszeit, was für ein Arbeitsmodell, was für eine Art von Umfeld brauche ich, damit ich zufrieden bin. Das kann man in der eigenen Selbstreflektion machen, wieder im Sparring so auch mal Umfeld befragen, was siehst du vielleicht für Stärken bei mir oder was siehst du bei mir so. Es gibt auch tolle Tests dafür, die man nochmal so Unterstützung nehmen kann. Und da einfach so ein klares Bild von sich zu bekommen, ich nenne das den eigenen inneren Kompass zu entdecken und das mal so wirklich in einem Blick vor sich zu haben. Weil nur wenn man wirklich klar ist über die eigene Persönlichkeit, die eigenen Werte und so weiter, dann kann man auch ganz bewusste Entscheidungen treffen über Jobs, über Unternehmen und so weiter, die zu einem passen. Das wäre für mich so der zweite Schritt.
Elisabeth Tophinke
00:31:22
Einer, der vielleicht sogar einfacher klingt, er ist. Denn Bedürfnisse erkennen, Werte erkennen, Lieblingstätigkeiten, da habe ich rausgehört, stärken. Das ist schon eine Aufgabe für so ein paar ruhige Wochenenden oder Abende, wo man noch Energie hat. Da gibt es ein paar schöne Tests, die einem dabei helfen. Aber es ist auf jeden Fall ein bisschen Arbeit, die da investiert werden muss, würde ich jetzt mal so von der Seite rein sagen.
Mareike List
00:31:48
Ja, genau, also je nachdem, wie klar man vielleicht sich auch ist, aber ich habe ja auch gesagt, es lohnt sich immer mal wieder so reinzuschauen, zu reflektieren. Genau, also ich weiß nicht, ob ich auch vielleicht mal eine Test nennen kann, die ich empfehlenswert
Elisabeth Tophinke
00:32:00
und vielleicht sogar mit Links, so quasi der eine Test, den man heute Abend schon mal vorm Fernseher machen kann. Oder vielleicht nicht vorm Fernseher, weil dann ist man abgelenkt, aber kurz bevor quasi alles vorbei ist und nur noch Erholung angesagt ist. Vielleicht hast du da eine Idee.
Mareike List
00:32:14
Es gibt natürlich auch ganz viele kostenlose Tests. Ich empfehle jetzt für dieses Thema, weil ich auch das Thema Stärken so wichtig finde. sag mal, wahre Stärken. Es geht jetzt nicht Kompetenzen, was man mal gelernt hat, sondern wirklich so wahre Stärken, also das, einem leicht liegt, wo man Energie bekommt. Da gibt es einen tollen Test von dem Clifton StrengthsFinder, den kann ich auf jeden Fall empfehlen. Und wenn man das Ganze so ein bisschen umfassender Tiefgreifender machen möchte, empfehle ich zum Beispiel den Persönlichkeitstest von LINC. Der gibt noch mal tolle Aufschlüsse über die Charaktereigenschaften, Motive und Werte.
Elisabeth Tophinke
00:32:44
Ja, danke dir. Zwei Schritte also ist Aufnahme. Blick im Grunde in den Spiegel, sich selbst. Selbsterkenntnis könnte man vielleicht dazu sagen. Wie geht's dann weiter?
Mareike List
00:32:53
Genau, dann geht es in den dritten Schritt. Also ich mache das mit meinem Prozess in fünf Schritten. So, und jetzt werden wir so in der Mitte, wenn man Klarheit über sich selbst hat, eigenen Kompass. Dann würde ich empfehlen, die Ideen für nochmal reinzugehen. Oft ist es so, dass wir denken so, ja, aber ich habe das gelernt und dann gucke ich irgendwie auf Stellen, Börsen, immer nach dem gleichen und so, weil wir natürlich auch so Hindernisse haben, uns irgendwie vorzustellen. Wir machen was komplett anderes. Ich empfehle da erst mal offen reinzugehen, ohne ein Aber, sondern wirklich mal ganz breit zu überlegen, auf der Basis von meinem inneren Kompass, meiner Selbstkenntnis. Was könnte alles zu mir passen? Was für Jobideen habe ich? Was für Unternehmen? Also das finde ich auch super wichtig. Ganz konkret mal zu schauen, welche Unternehmen gibt es, die zu meinem Profil passen können, zu meinen Rahmenbedingungen und so weiter. Und auch vielleicht, wenn es für mich in Frage kommt, was für Business-Ideen, für eine Selbstständigkeit habe ich denn, schlummern vielleicht in mir, was ich eigentlich schon weiß, aber es vielleicht nicht zulasse. Das alles mal ganz breit aufzuschreiben.
Elisabeth Tophinke
00:34:02
Ja. Also erst mal auch einfach das, was man schon im Kopf hat. Oder würdest du direkt anfangen, so mit einem KI-Chat loszulegen und zu sagen, wir machen das jetzt mal hier im Sparring, du recherchierst mir immer schön zu diesen Stichworten, was es gibt. Oder erst mal nur für sich und dann erst in die Recherche gehen.
Mareike List
00:34:19
Ja, also ich würde das tatsächlich auch so machen. Erstmal für sich aufschreiben, was kommt mir, sich auch mal wirklich Zeit zu nehmen dafür. Muss ich vielleicht auch dazu sagen, so ein Prozess, das lässt sich super schwer neben Vollzeit- Teilzeitjob, Care-Arbeit und so weiter machen, dafür mal richtig Zeit nehmen. Vielleicht mal Wochenende raus oder so. Und dann zu schauen, was ist denn eigentlich so die Sachen, wo ich die Zeit vergesse, wo ich merke, boah, da hab ich total Spaß dran, über dieses Thema könnte ich stundenlang reden. Und dann eben Ideen entwickeln, was könnte dazu passen? Und natürlich auch KI zu Hilfe nehmen. Wir haben ja ein super Recherchetool, empfehle ich auch. Ich habe da auch KI-Prompts entwickelt. Das kann super helfen. Wenn man jetzt einen richtigen guten Prompt hat, kann das sehr gute Ergebnisse liefern. Auch zur Recherche von Unternehmen zum Beispiel. Das kann man auch mal dazu nehmen. Nicht unreflektiert übernehmen, sondern durchlesen. und auch rein spüren. Also schauen, bei welchen Positionen, die mir KI vorschlägt, merke ich so, das ist ein Kribbeln. Das kann ich mir vorstellen. Und die übernehmen. Also ruhig schon breit schauen, auch wieder das Gleiche mit Freunden im kreativen Brainstormen ist das auch super, wenn man da so einen Sparringspartner hat, gemeinsam überlegt, was könnte denn passen, der vielleicht auch nicht diese Brille von, ja, aber ich habe ja nicht die Qualifikation hat, sondern auch vielleicht jemand Neutrales, da einfach mit Brainstormen zu lassen.
Elisabeth Tophinke
00:35:43
Ja, sehr, sehr sinnvoll und kann ich total nachvollziehen. Und ich finde gut, dass du sagst, auch nicht in den klassischen Kategorien gucken, sondern erstmal ganz breit und ganz offen. Also ist der dritte Punkt im Grunde Recherche oder erstmal in sich selbst rein spüren und Ideen entwickeln und die dann ein bisschen recherchieren. Was kommt dann?
Mareike List
00:36:06
Dann kommt der Punkt, dass man eher Richtung Tun kommt, dass man nicht einfach nur Ideen, Spinnen, Träumen, sondern das auch wieder bisschen fokussiert. Ich verfolge da auch den Ansatz des Design-Thinkings, das kommt aus der Produktivitätsforschung. Da geht es darum, immer nur zwei Schritte, einmal breit aufzumachen, was wir eben hatten, und dann aber auch wieder sich zu fokussieren, zu priorisieren. sich auch Kriterien zu überlegen, was sind vielleicht so meine fünf wichtigsten Kriterien wie Sinnhaftigkeit, Selbstbestimmung, Abwechslung, Flexibilität, was auch immer. Und dann hat dieser Kriterien dann zu schauen, welche von diesen Ideen passen da am besten zu. Dass man so ein Set an den favorisierten Ideen hat und mit denen dann noch mal tiefer zu gehen, in so einen Ideencheck, so einen Realitätscheck zu machen.
Elisabeth Tophinke
00:37:02
Also erst macht man den Abgleich, Idee versus meine Stärken, die Dinge, die mir Energie geben, das was ich machen möchte und dann prüft man, ob man damit auch Geld verdienen kann und ob das irgendwie in der Umgebung verfügbar ist oder wenn man auf dem platten Land wohnt, kann man halt vielleicht nicht in der Medienagentur arbeiten oder so. Also das meinst du da mit Realitätscheck.
Mareike List
00:37:23
Genau, also sowohl vom Menschenverstand her prüfen, aber schon auch nochmal tiefer recherchieren. Also auch mit KI kann man auch wieder super recherchieren. Vielleicht sich mal Interviews anzuschauen von CEOs auf LinkedIn, zu schauen, wie präsentiert sich das Unternehmen, worüber sprechen die und da kann man dann ja auch schon ein bisschen vergleichen, wie ist dieses Unternehmen, passt das zu mir, was versprechen die da so auch auf so wie Kununu mal sich anzuschauen, wie ist der Score, wie sind Bewertungen dazu. Also diese Recherche einerseits und was ich dann auch empfehle, wirklich mal auszuprobieren. Also ich nenne das Prototyping, das kommt auch aus dem Design Thinking, bedeutet, dass ich mir überlege, wie könnte ich ein Setup bauen, diese Idee, die ich habe, die meinem Kopf sich toll anhört, zu testen, wie die Idealität ist. Das kann so was sein wie ein Minipraktikum, wie ich belege jetzt mal ein Seminar dazu. Ich mache jetzt einfach mal in meinem Freundeskreis, sage hier, ich würde gerne mal das und das machen, wer hat Lust? Ich probiere das also einfach mal aus. Das heißt, es geht darum, ohne großes Risiko in einem kleinen Schritt zu testen, ist diese Idee wirklich in der Realität so, ich mir das vorstelle. Das ist so eine Möglichkeit und die andere ist noch das Thema Natural Networking. Das heißt, es geht dabei darum, zu schauen, Kontakte zu knüpfen. Zum Beispiel mit Menschen, die in einem Feld arbeiten, vielleicht eine Jobposition haben, die ich in meinem Kopf habe, die ich irgendwie spannend finde. Und dann mit denen ein informelles Gespräch zu führen. Also klassischerweise machen wir solche Gespräche ja irgendwie erst im Bewerbungsprozess. Mir geht es aber darum, das vorab zu führen, also informell. Gar nicht mit dem Hinterkopf, ich will jetzt da einen Job haben, sondern ich möchte herausfinden, ob diese Idee wirklich mir entspricht oder wie die in der Realität ist. Und dann eben Fragen zu stellen. Was sind vielleicht Herausforderungen dieser Position? Was auch immer für meine Frage, die ich habe, spannend ist. Oder eben auch Kontakte zu knüpfen zu potenziellen Unternehmen, die ich spannend finde. Also da diese verschiedenen Strategien zu nutzen, ehrliche Insights in diese möglichen Ideen zu bekommen. Und da immer Klarheit.
Elisabeth Tophinke
00:39:42
Ja
Mareike List
00:39:43
immer mehr Klarheit zu bekommen, was ist jetzt vielleicht die eine Idee, die ich jetzt weiter verfolgen will.
Elisabeth Tophinke
00:39:48
sich über LinkedIn Leute rauszusuchen, die mal zu fragen, du mal kurz Zeit, vielleicht auch ganz niederschwellig erstmal einen Podcast anhören von jemandem, der zu seinem Job was erzählt, dann ist das noch so ganz einfach, das ist vielleicht so ein erster minimaler Schritt, das mache ich zum Beispiel gerne, deswegen habe ich ja auch so viele Role Models im Podcast, zu sagen, erzähl mal ein bisschen, wie ist das so bei dir, deswegen frage ich immer, was magst an deinem Job, weil ich wissen möchte, oder weil ich rauskitzeln möchte, was ist denn so vielleicht das, was andere Leute auch daran reizen könnte, sollten sie ähnliche Interessen haben. Und das Mini-Prototyping finde ich total wichtig.
Mareike List
00:40:24
Ja, super.
Elisabeth Tophinke
00:40:25
Da muss ich jetzt einfach mal zwei Anekdoten teilen, weil ich hatte es zweimal in meiner Karriere, dass ich dachte, wow, also jetzt habe ich zwar was über mich gelernt, aber ich habe auch gelernt, dass das, was ich gerade mache, nicht das ist, was ich mein Leben lang machen möchte. Also zum Beispiel habe ich mir Beratung, also Strategieberatung, tatsächlich anders vorgestellt als es ist. Und als ich mich dann bei McKinsey beworben hatte... Und angenommen worden bin, hab ich das schon aus den richtigen Gründen gemacht. Einmal dieser ganze Ehrgeiz und ich wollte wissen, wie andere Unternehmen sind. Da hab ich ganz viel gelernt. Aber ich hab auch erst da kapiert, wie wichtig mir Verantwortung ist. Das hatte ich in der Beraterrolle gar nicht. Vorher in meinem Industriejob war ich für riesige Budgets und große Projekte verantwortlich. Und plötzlich gucken da drei Führungskräfte über jede Präsentation. Das hätte ich nie im Leben gedacht vorher. Deswegen ist dieses Prototyping so wichtig. Da sind ehrlicherweise meine Erwartungshaltung an den Job. Top-Management-Beratung, müssen ja unglaublich wichtig sein. Und die Realität so bisschen geclasht. Dann hab ich auch viel über mich gelernt und auch die Konsequenzen schnell gezogen, da nicht lange. Aber das war, würd ich sagen, jetzt eine aufwändige Lernkurve. Deswegen kann ich da hinten Prototyping schon sehr unterstützen. Und umgekehrt, einmal hab ich's hingekriegt. Ich hab tatsächlich nebenberuflich mal so einen Start-up-Incubator mitgemacht, weil ich dachte, so eine ... So eine skalierende Plattform Idee. Ich könnte mich ja komplett selbstständig machen mit so einem skalierenden digitalen Unternehmen. Dann habe ich festgestellt, es ist zwar total spannend, das Produkt aufzubauen und so, aber ich bin extrem gerne Führungskraft. Und wenn man was aufbaut, braucht man aber nicht zu führen, sondern macht man alles selbst. Und da hab ich's dann bisschen besser hingekriegt, weil das war dann eben so an Freitagen und Samstagen und in Abendveranstaltungen, wo ich mich der Start-up-Bubble intensiv bewegt habe, dann bei dieser Erkenntnis für mich zu landen. Also, ich kann das so unterstützen, und wenn du da vielleicht noch ein paar Beispiele hast für mögliche kleine Tests, dann glaube ich, ist das sehr inspirierend für alle, die das mal testen wollen, bevor sie sich eben quasi vielleicht wegbewerben, was anderes machen. Weil da muss man auch ehrlich sein, der Arbeitsmarkt ist nicht ganz so positiv für Leute, die was suchen. Beziehungsweise es gibt einfach sehr, sehr viele gute Bewerber gerade. Und dann ist vielleicht ein kleiner Test die Variante, gerade dann doch möglich ist.
Mareike List
00:42:48
Ja, also würde ich wirklich auf jeden Fall empfehlen und das sieht man jetzt auch bei diesem Prozess, den ich auch so gerade vorstelle, dass ich auf gar keinen Fall empfehle, direkt zu kündigen, wenn man unzufrieden ist, sondern wenn es irgendwie geht, jetzt erstmal zu schauen in kleinen Schritten, was ist es vielleicht wirklich, wenn ich mich neu orientieren will. Im Prinzip kann man sich da alles überlegen. Also die Frage ist einfach, es ist auch individuell, ja, es heißt ja nicht, dass für jeden jetzt ein Mini-Praktikum oder für jeden dieses Natural Networking das Richtige ist, sondern Ich würde eher da systemisch rangehen und fragen, was glaubst du, wenn du diese Idee hast, wie könntest du die für dich machbar in deinem Alltag testen? Das kann ein Praktikum sein, muss es aber nicht. Das kann vielleicht auch, wenn du im großen Unternehmen bist, da gibt es super schöne Möglichkeiten wie Jobshadowing, wie vielleicht bei einem Buddy-Programm mitmachen. Es gibt natürlich auch so ein Netzwerk, wo man sowas dann mal nutzen kann, auch wie Mentor.Me oder so. Mentor zu suchen oder einfach in großen Netzwerk. Ich bin ja auch bei NUSHU zum Beispiel, Frauennetzwerk, da so ein Netzwerk zu nutzen, eben vertrauliche Gespräche auch zu führen oder andere Vorbilder, andere Frauen, andere Menschen noch kennenzulernen, die in Unternehmen arbeiten. Das muss gar nicht irgendwas Großes im beruflichen, man kann auch gucken im privaten, kann ich das vielleicht irgendwie auf so einer ehrenamtlichen oder einfach mal im Freundeskreis was ausprobieren sein.
Elisabeth Tophinke
00:44:06
Ja, das stimmt. Ich mache jetzt noch mal ein pragmatisches Beispiel. Wenn man testen möchte, ob man gut organisieren kann, Events organisieren kann, macht man halt vielleicht mal den Kindergeburtstag des Patenkinds.
Mareike List
00:44:15
Genau.
Elisabeth Tophinke
00:44:16
Also, das ist vielleicht sehr nahelegend, aber ja, glaube, da ist was dran. Und ich finde das sehr wichtig, dass du diesen Punkt bringst. Weil ich glaube, ich zu oft schon gesehen habe, dass jemand aus einer Idee heraus dann wirklich auch die Klamotten hingeschmissen hat und dann so rumrotiert und doch wieder so bisschen zurück möchte und...
Mareike List
00:44:31
Mhm. Ja, oder dieser Klassiker, ne?
Elisabeth Tophinke
00:44:32
Deswegen kann ich sehr gut nachvollziehen, dass das eine gute Idee ist.
Mareike List
00:44:33
Ich möchte jetzt ein Café aufmachen. So, es wird ja sehr romantisiert oft.
Elisabeth Tophinke
00:44:36
Hm.
Mareike List
00:44:36
könnte man ja auch dann einfach mal sagen, okay, ich mach jetzt mal einen kleinen Kaffeenachmittag. Ähm, mach das jetzt alles bei mir im Zuhause wie in so einem Café mit, was weiß ich, für einen besonderen Torten oder so, lad bestimmte Freundinnen oder irgendwie Freunde von denen ein. Und dann guck ich mal, was das mit mir macht, stresst mich das total. Ähm, da halt wirklich Kuchen zu backen. Äh, Leute zu bewirten und so weiter. Also... zu überlegen, wie kann ich das im Kleinen mal wirklich ausprobieren, diese Erfahrung zu machen. Also nicht nur darüber zu lesen und zu sprechen, sondern wie kann ich diese Erfahrung machen, wie das wirklich ist.
Elisabeth Tophinke
00:45:05
Das ginge ja auch super per Minijob am Wochenende oder so.
Mareike List
00:45:08
Ja.
Elisabeth Tophinke
00:45:08
Könnt ihr mir vorstellen. Tolle Ideen. Mareike, wir haben ganz viel schon von dir gelernt. Einmal den Begriff Portfolio-Karriere auch noch erweitert Beispiel Mosaik-Karriere. Also ein sehr zukunftsträchtiges Setup, verschiedene Dinge, verschiedene Elemente im Leben zu verbinden. Und dann hast du uns die fünf Schritte mitgegeben, die du entdeckst und die du empfiehlst, sich beruflich neu zu orientieren. Also das ganze Thema Ist-Aufnahme. stört mich? Zustandsanalyse. Der zweite Schritt war so der Blick in den Spiegel, den inneren Kompass. finden. Der dritte Schritt war das Ideen entwickeln, das recherchieren, was geht eigentlich. Der vierte Schritt war der Abgleich, welche dieser Ideen passen zu meinen Stärken und meinen Ideen. Und der fünfte Schritt war dann der kleine Prototyp, das pilotieren, das ausprobieren und umsetzen. Stimmt, ganz wichtig!
Mareike List
00:45:51
umsetzen. Also das ist vielleicht noch so dieser fünfte Schritt Umsetzung. Also wirklich nicht nur ausprobieren, sondern auch ins tun zu kommen. Also sich ein Ziel zu setzen, zu überlegen, wie kann ich dieses Ziel erreichen? In Meilensteine runterbrechen. Was ich da auch ganz spannend finde, mal reinzuschauen. jetzt habe ich dieses Ziel. Ich habe mir einen Plan erstellt. Was könnte mir vielleicht auch noch im Wege stehen? Was habe ich vielleicht für innere Blockaden, auch die mich trotzdem davon abhalten, ins tun zu kommen? Das ist ja auch ganz oft der Fall. Und da mal ehrlich reinzuschauen und daran proaktiv zu arbeiten oder sich Strategien zu überlegen, wie kann ich mich gut aufstellen, dass ich mein Ziel erreichen kann. Das finde ich auch noch ganz wichtig.
Elisabeth Tophinke
00:46:23
Also nicht nur das Pilotieren, sondern dann auch noch den Umsetzungsplan und die Umsetzung im fünften Schritt. Sehr schön. Wenn die Hörer und Hörerinnen jetzt denken, Mareike, die hat richtig Ahnung und ich brauche aber vielleicht irgendwie noch mehr Inspiration, noch mehr Ideen, vielleicht einen Stubs bei diesem Thema Neuorientierung. Wie können die Hörer, Hörerinnen dich erreichen?
Mareike List
00:46:39
Ja, ihr könnt mich gerne über meine Webseite finden. Ich habe da auch einen Blog, wo ich ganz viel über das Thema berufliche Neuorientierung, moderne Karriereplanung, viel mehr Empowerment, KI und Vereinbarkeit natürlich schreibe. Also da kann man sich ganz viel Inspiration holen auf www.mareikelist.de. Ich habe ein Newsletter, wo ich monatlich Impulse rausschicke oder ich bin auch sehr aktiv auf LinkedIn, wo wir uns ja auch getroffen haben. Da könnt ihr mir auch sehr gerne folgen.
Elisabeth Tophinke
00:47:00
Pack ich in die Shownotes, damit ihr da mit einem Klick hinkommt. Dann, Mareike, würde ich jetzt am liebsten zum Phrasenverdrescher übergehen, meinem Lieblingsspiel. Hast du denn so eine Trigger-Phrase, wo du sagst, boah, da sollte man mal drüber reden, denn das habe ich zu oft gehört und mir fehlt irgendwie die gute Antwort oder ich möchte, dass das Gegenüber anfängt nachzudenken.
Mareike List
00:48:40
Ja, ich habe es ja gesagt, ich habe einen Sohn, der ist fünfeinhalb. Das heißt, ein Satz, ich immer wieder seit Jahren, seitdem er auf der Welt ist, bekomme, ist, na, wann kommt denn das zweite Kind? Und der, muss ich sagen, triggert mich schon sehr, wenn man so was fragt, auch in Öffentlichkeit, so in der Nachbarschaft und so.
Elisabeth Tophinke
00:48:58
Ja, kann ich sehr nachvollziehen. Ist ja auch, das einfach mal einzuordnen, eine Frage, das gehört sich nicht. Also diese Frage sollte wirklich niemand stellen. Also ich finde, selbst im ganz engen Freundeskreis ist das so ein Thema. wo der oder die Betroffene selbst so ein bisschen aus der Reserve kommen muss und das Gespräch darüber einleiten muss. Ich finde das ist ganz schwierig, weil da hängen ja unglaublich viele potenzielle Themen und Schicksalsschläge und Bedürfnisse und Sehnsüchte und vielleicht auch Trauerfälle dran. Also unter der Oberfläche ist das so tief und das geht uns alle überhaupt gar nichts an. Aber deswegen ist das natürlich schon auch so ein Spruch, wenn das kommt, ist übel. Also... Ja, wie reagiert man? Hast du da Lust, irgendwie zu erklären? Hast du Lust, da zurückzupfeffern und was vielleicht Lustiges, vielleicht sogar Schnippisches zu sagen? Was für einen Eindruck hast du? Was müsste man da antworten, damit der Gegenüber, das wäre jetzt so mein Ziel, das auf gar keinen Fall noch mal sagt. Auf gar keinen Fall.
Mareike List
00:49:58
Ja, also ich bin ja so, dass ich grundsätzlich eigentlich sehr offen bin. Ich spreche auch mit, wenn man mal ein vertrauliches Gespräch hat, über die Gründe, warum wir nur ein Kind haben oder warum wir ein Kind haben. Deswegen meine erste Reaktion ist schon irgendwie so ein bisschen so was Patziges zu sagen im Sinne von also nicht nur Patziges, sondern schon auch so ein bisschen an Teasern sowas wie Ja, ist leider nicht mehr möglich oder irgendwie sowas. Ja, also das ist dann manchmal stößt das dann schon auch so okay. Aber dann denke ich mir auch so, hättest du vielleicht besser nicht gefragt, weil das ist eine Frage, man nicht fragt, weil da so viel hinten dranhängt. Da sollte man einfach seine eigene Neugier runterschlucken. Ich verstehe diesen Reflex, ich kenne das auch, diesen Reflex, der bei uns Menschen immer hochkommt, wissens zu wollen, so ein Bild im Kopf zu haben, wie Familie funktioniert, wir wissen es alle. Aber ich schluck das runter, wenn ich so einen Reflex habe. Ich hab's auch selbst erfahren, warum das so ist. Das heißt, eigentlich ist so meine erste Reaktion, dass ich so bisschen schon auch so ein bisschen was sage, so ... ja, hat einen Grund. Ist nicht einfach so, dass es sich nicht gehört, das zu fragen. ich bin dann schon auch teilweise so bisschen auch getriggert, ja, emotional. Und auch verletzt oder wütend, warum so was gefragt wird in der Öffentlichkeit. Und ich hab nicht so richtig eine gute Antwort.
Elisabeth Tophinke
00:51:09
Ja. Mhm. Ja.
Mareike List
00:51:18
Vielleicht hast du da noch ne Idee.
Elisabeth Tophinke
00:51:18
Ich hab mehrere Ideen und ich will sie mal mit dir verproben, weil es geht von dem, was ich in der Realität tue und womit ich auch unzufrieden bin, hin zu was ich mal bei einer Freundin gehört habe, was ich total beeindruckend finde, aber mich vielleicht selbst nicht traue. Also ich fang mal an mit dem, was ich mache. Ich mache tatsächlich häufig die abwiegelnde Antwort, weil ich auch einfach verhindern möchte, dass sich so meine Karriereentwicklungen und so negativ beeinflussen, weil die Leute denken, da kommt noch was. Also sag ich häufig ... Zwei Kinder, zwei Hände, mehr packe ich nicht. ne? Kann nur zwei Sachen gleichzeitig. Das ist aber unbefriedigend, weil dann gehe ich ja drauf ein. Mach ich schon auch bewusst, weil die Leute, die das fragen, die erzählen das ja weiter, und die erzählen dann ja vielleicht auch, so, passt auf, die kann man jetzt nicht befördern. Also, da sind einfach zu viele Vorurteile im Spiel, deswegen, glaube ich, es manchmal gerade, wenn wirklich nichts mehr geplant ist, würde ich schon auch dafür plädieren, das überall zu erzählen. Damit, also zumindest im Job. Damit keiner auf die Idee kommt, quasi diesen maternal bias noch mitzugeben. So im Privaten und das, eben eine Freundin von mir auch mal gemacht hat, was ich krass finde, aber auch irgendwie gut ist, sie hat einfach gesagt, ich kann keine Kinder kriegen. Dabei hatte sie schon zwei. Das war ihr dann völlig egal. Und das sorgt dafür, dass die Leute so richtig den Schreck im Gesicht haben. Und ich glaube, das machen die Tante auch nicht mehr. So ein Mittelweg könnte aber sein, das traue ich mich echt nicht. ich weiß nicht, ... Keine Ahnung, das würde ich so nicht raushauen. Aber so Mittelweg ist vielleicht einfach zu sagen, was hättest gemacht, wenn ich dir von meiner Fehlgeburt erzählt hätte? Oder, und, okay, willst du wirklich wissen, was hättest du gemacht, wenn ich jetzt hier von der Fehlgeburt spreche? Oder so, ne?
Mareike List
00:52:59
Ja, ich glaube diese Frage, willst du das wirklich wissen, was der Grund ist? So oder, na gut, die Frage ist ja, wann kommt die Frage meistens, wann kommt das zweite Kind? Nicht geplant oder willst du wissen warum?
Elisabeth Tophinke
00:53:12
Eine Freundin, die hier schon im Podcast war, die viel so ein Kinderwunschthema hat, sagt darauf, du bist ja neugieriger als meine Oma. Das finde ich auch ziemlich gut. So dieses, ne? Also die Neugier an sich zu thematisieren, dabei das Thema abprallen zu lassen.
Mareike List
00:53:34
Das finde ich eigentlich ein guter Mittelweg. Dieses, du bist ja neugierig, so bisschen zu spiegeln. Du bist neugierig, geht dich aber gar nichts an, ohne zu tief reinzugehen und da emotional dann selbst irgendwie getriggert zu sein. Finde ich eine gute Idee, das nehme ich mal mit.
Elisabeth Tophinke
00:53:45
Ja, du hast schon recht auf die Neugier. Dann ist das vielleicht die Lösung zu sagen, du bist neugierig. Und dann hat man halt neugieriger als meine Oma. du bist ja neugieriger als mein Dreijähriger. Mein Dreijähriger stellt auch immer Warum-Fragen. Irgendwie sowas. Sehr schön. Also wir gehen in so einer Frage eher in Richtung Neugier. Lass uns abprallen, nehmen aber nicht hin das ... Ja, zu viele Leute so drauf rumhacken und dann nachfragen. Dann, Mareike, kommt jetzt noch meine Abschlussfrage, denn ich möchte unglaublich gerne wissen, was dich gerade inspiriert, welche Empfehlungen an Podcasts, Büchern, Filmen, was auch immer du gerade noch so für unsere Gäste und Gästinnen hast.
Mareike List
00:54:31
Ich lese ja unheimlich gerne und höre super viele Podcasts, von daher fällt es mir schwer mich da einzugrenzen. Momentan ist schon das Thema KI super faszinierend für mich, von daher hätte ich jetzt zwei Empfehlungen mitgebracht aus diesem Bereich. Zum einen, weil mich auch, also ich setze mich ja auch stark für das Thema Female Empowerment ein und einfach diese, ja, Female AI Gap, den es ja auch gibt, die Lücke zwischen den KI-Kenntnissen und auch KI-Tätigkeiten zwischen Männern und Frauen. Und es gibt da zum Beispiel den Female AI Club, den findet man auch über LinkedIn. Rebecca Hundschell hat ihn gegründet. Das ist ein ganz tolles, ganz toller Safe Space, sich auszutauschen. Da gibt es kostenlose Webinare zu super aktuellen Themen rund KI. Und es gibt auch so verschiedene Lernformate, wo man unter Frauen im Safe Space lernen kann. Also das kann ich wirklich absolut empfehlen. ein Buch, bzw. eine inspirierende Frau ist für mich die Prof. Dr. Yasmin Weiß. Die hat auch auf LinkedIn ein super spannendes Profil enthalten, einmal ganz tolle Beiträge. Ich bin Fangirl von ihr und die hat aktuell ihr Buch „Was bleibt vom Menschen, wenn die KI übernimmt?“.
Elisabeth Tophinke
00:55:29
Sehr schön.
Mareike List
00:55:50
super spannend, also auch für die Arbeitswelt eben total relevant. Da beschreibt sie, welche Berufe betroffen sind, natürlich auch, was die Gefahren sind. Aber was ich bei ihr ganz toll finde, ist immer der Fokus, so ein Perspektivwechsel. Wie kann ich die KI nutzen, einen anspruchsvolleren Job zu haben, auch vielleicht als Mutter, produktiver zu sein, leistungsfähiger zu sein, aber gleichzeitig meine menschlichen Fähigkeiten in den Fokus zu stellen, die mich der KI überlegen machen. Also das finde ich ganz tolles Buch.
Elisabeth Tophinke
00:56:18
Ja, echt schön. Weil es diesen Gedanken, Portfolio, Karriere, man kann noch was nebenher machen, das geht mit Karriere halt auch viel leichter. Und klingt nach einem Buch, ich auch deswegen mal lesen muss. Ja.
Mareike List
00:56:29
Absolute Empfehlung.
Elisabeth Tophinke
00:56:31
Dann dir, Mareike, ein herzliches Dankeschön für deine vielen Tipps, deine fünf Schritte. Dafür, dass du dich ehrlich und nahbar gezeigt hast, Vorbilder und Inspirationen sind einfach das Aller-allerwertvollste, was wir haben können. Und ich bin auch irgendwie froh, dass es in einem deiner Schritte vorkommt, sich eben auch mit Rollenvorbildern auseinanderzusetzen. Danke für deine Zeit.
Mareike List
00:56:50
Danke, liebe Elisabeth.
Elisabeth Tophinke
00:56:53
Und ihr, liebe Hörer, ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht. Ich hoffe, ihr habt richtig was gelernt, habt euch die 5 Schritte gemerkt, schaut euch die Empfehlungen an. Und wir hören uns hier an dieser Stelle wieder in 2 Wochen. Bis dahin nutzt die Affiliate Links, lest die Bücher, folgt mir und Mareike auf LinkedIn. Und wenn ihr diesen Podcast gerne habt, empfehlt ihn gerne zwei Freunden weiter. Bis in 2 Wochen. Macht's gut. Tschüss.