Wie du mit der richtigen Sprache Konflikte im Keim erstickst - #41
Kompaktfolge zu gewaltfreier Kommunikation für Führungskräfte, Eltern und alle, die klarer kommunizieren wollen
03.08.2026 34 min Elisabeth Tophinke
Zusammenfassung & Show Notes
Folge 41: Wie du mit der richtigen Sprache Konflikte im Keim erstickst
Gewaltfreie Kommunikation für Führungskräfte, Eltern und alle, die klarer kommunizieren wollen
🎧 Kurzbeschreibung
Ein Vorwurf kostet Verbindung. Eine Bitte schafft sie. In dieser Kompaktfolge stelle ich die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall Rosenberg vor – ihre vier Schritte, das Zusammenspiel von Gefühl und Bedürfnis, und warum sie sowohl im Job als auch mit Kindern so viel verändern kann. Konflikte kosten Unternehmen laut KPMG-Studie bis zu 20 % der Personalkosten – höchste Zeit, anders zu sprechen.
🔎 Worum geht es in der Folge?
- Was Gewaltfreie Kommunikation eigentlich ist – die drei Säulen als Rahmen
- Wolf- vs. Giraffensprache
- Die vier Schritte: Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte
- Aktives Zuhören nach Rogers und empathisches Zuhören – inkl. Dyaden-Meditation als Übung
- Schützende vs. strafende Macht in Erziehung und Führung
- Anwendung im Job und mit Kindern, mit konkreten Beispielen
- Praxistipps zum sofortigen Üben
📌 Zentrale Erkenntnisse aus der Folge
Konflikte haben einen echten Preis
Laut KPMG-Konfliktkostenstudie (2009) verschlingen Konflikte in Unternehmen bis zu 20 % der Personalkosten. Führungskräfte verlieren dadurch teils 30–50 % ihrer Arbeitszeit an Reibung statt an Führung – volkswirtschaftlich wird der Schaden in Deutschland auf rund 50 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.
Gefühl ist Signal, nicht Vorwurf
Der Kern der GFK: Ein Gefühl zeigt an, ob ein Bedürfnis erfüllt oder unerfüllt ist – es ist kein Vorwurf an eine andere Person. Wer diesen Zusammenhang versteht, kommt raus aus der Anklage und rein in die Selbstverantwortung.
Zuhören ist die andere Hälfte der GFK
Neben den vier Schritten gehört gutes Zuhören dazu: von den klassischen Techniken nach Carl Rogers bis zum empathischen Zuhören als Haltung – inklusive einer ganz konkreten Übung, der Dyaden-Meditation.
Macht kann schützen oder strafen
Die GFK unterscheidet schützende Macht (Grenzen setzen, um Schaden zu verhindern) von strafender Macht (Verhalten über Druck und Sanktion steuern) – ein Unterschied, der sowohl in der Erziehung als auch in der Führung enorm viel verändert.
📚 Buchempfehlung
Ein besonders schöner, kindgerechter Einstieg in die GFK für Familien:
📑 Quellen & weiterführende Literatur
-
Rosenberg, M. B.: Gewaltfreie Kommunikation – Eine Sprache des Lebens. *
- KPMG (2009). Konfliktkosten – Reibungsverluste in Unternehmen.
-
Murphy, K. (2019, dt. 2021): Immer auf Sendung … nie auf Empfang. Mosaik Verlag. * (Moderne Entsprechung zum aktiven Zuhören nach Carl Rogers.)
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Anfragen für Key-Notes, Feedback und eure Themenwünsche könnt ihr mir sehr gerne per E-Mail schicken: elisabeth@workliferebels.de
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Über den Host Elisabeth Tophinke:
Elisabeth Tophinke ist Führungskraft, Ingenieurin, Mutter, Key-Note-Speakerin und Expertin für Vereinbarkeit. In diesem Podcast teilt sie ihre besten Tipps zu neuer Führung und Vereinbarkeit und stellt euch inspirierende Role-Models vor.
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Vielen Dank an die Garage33 in Paderborn für die Nutzung des Medienstudios und das Bildmaterial und an Torben Schmidt für die wunderschöne Musik!
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Transkript
Herzlich willkommen zu Work, Life, Rebels.
Ich bin euer Host Elisabeth Topinke und ihr hört heute wieder eine Kompaktfolge.
Und zwar die Kompaktfolge, wie du mit der richtigen Sprache Konflikte im Keim erstickst.
Es geht um gewaltfreie Kommunikation für Führungskräfte, Eltern und alle, die klarer
kommunizieren wollen.
Jetzt noch mal einen Schritt zurück.
Was ist diese gewaltfreie Kommunikation?
Ich weiß, dieser Begriff ist
unglaublich sperrig.
Ich kann ihn selbst auch eigentlich überhaupt nicht leiden.
Er ist mir aber zumindest die Inhalte dabei so wichtig, dass ich finde, dass es eine ganze
Kompaktfolge dazu verdient hat.
Und warum genau jetzt?
Ich habe vielleicht schon mal kurz erwähnt, dass ich eine Weiterbildung dazu gemacht habe.
Die ist jetzt wieder ungefähr sechs Monate her und ich merke einfach bei mir selbst, dass
ich gerade wieder ein bisschen mehr meckere, dass ich weniger in GfK kommuniziere.
Und deswegen habe ich genau jetzt diese Folge für euch vorbereitet, denn sie hilft mir
auch selbst, mich wieder an meine guten Vorsätze zu erinnern, mich wieder mit der Theorie
zu beschäftigen und wieder selbst Motivation zu finden, jeden Tag ein Stückchen besser zu
werden.
Am Anfang kommt wie immer eine Zahl.
Ich will euch ein bisschen erklären, warum GfK wichtig ist, warum ich mich damit
beschäftige.
Ich erkläre euch ein bisschen, wie die Folge aufgebaut ist und dann starten wir natürlich
direkt rein.
Als erstes möchte ich euch eine Zahl aus der KPMG-Konfliktkosten-Studie von 2009 nennen.
Schon ganz schön alt, aber ist eine ziemlich gute und sehr interessante Studie.
Die hat nämlich untersucht, dass es Unternehmen bis zu 20 % der gesamten Personalkosten
kostet, Konflikte zu haben und diese zu lösen.
Ein Teil davon, nämlich 10-15%, sind schlicht verlorene Arbeitszeit.
die alleine für Konfliktbewältigung draufgehen.
Und ich kann das ehrlicherweise anekdotisch aus meinem Alltag bestätigen, bei
Führungskräften ist es teilweise noch mehr, und zwar 30-50 % der wöchentlichen
Arbeitszeit.
Und Konflikt klingt so groß, aber stellt euch einfach nur das eine Missverständnis vor,
das in einem Termin entstanden ist, das mindestens dazu führt, dass ihr nochmal zwei Leute
anrufen müsst.
Oder diese typischen 1 zu 1 Gespräche, die einfach nötig sind, Beziehungen wieder zu
glätten.
Das alles sind Konflikte und da geht unglaublich viel Zeit darauf.
Der volkswirtschaftliche Schaden durch Konflikte in Deutschland wird auf rund 50
Milliarden Euro geschätzt.
Das ist, was ich euch jetzt gezeigt habe, klassische akademische Langzeitstudie, sondern
eine Beratungsstudie, aber an die Basis war die Befragung von gut 100
Industrieunternehmen.
Und es ist bis heute die meist zitierte Zahl zum Thema Konfliktkosten im deutschsprachigen
Raum.
Deswegen merkt euch gerne dieses Thema
20 % der gesamten Personalkosten gehen für Konflikte im Unternehmen drauf.
Und deswegen spreche ich heute mit euch über ein Werkzeug, das mich in den letzten Monaten
enorm bewegt hat und das für mich wichtig geworden ist.
Nämlich die Gewaltfreie Kommunikation, auch abgekürzt als GfK.
Ich lerne GfK ganz bewusst.
Nicht so richtig, weil es eine große Krise gab, sondern einmal aus Überzeugung.
Die Zahl ist ja auch sehr überzeugend.
Und eben auch, weil ich das über das Thema Kindererziehung, bindungsorientierte Erziehung
gesehen habe und merke, wie sich in der Beziehung zu meinen Kindern der Ton und die
Situation verändern, wenn ich anders spreche.
Und auch im Job, und das ist ja das Tolle daran, das ist eine Sprache, die sich übertragen
lässt und in jeder Lebenssituation anwendbar ist.
Es ist fast mehr eine Haltung als eine Sprache.
Im Job merke ich immer wieder, ich kann Konflikte deeskalieren, bevor sie überhaupt
eskalieren.
den Gegenüber ein bisschen besser lesen.
Ich möchte euch damit nicht suggerieren, dass ihr nie wieder Konflikte haben werdet.
Ich hatte auch schon die Situation, dass weil ich eben keinen Ansatz geboten habe und
nicht auf den Konflikt eingegangen ist, der Gegenüber besonders losgegangen ist, weil er
sich dann ganz hilflos gefühlt hat.
Also es ist kein Allheilmittel, sondern es ist eine Möglichkeit, wie ihr zumindest
euch und eure Seite eines möglichen Konflikts anders und bewusster gestalten könnt und
einen Ansatz, zumindest wenn der Gegenüber das annimmt, für weniger Konflikte zu sorgen.
Was euch heute erwartet, als allererstes die drei Säulen der GfK, dann das Handwerkszeug,
von dem ihr vielleicht schon mal gehört habt, die vier Schritte.
Und dann will ich nochmal über das Thema aktives und empathisches zuhören, mit euch
sprechen, mit Übungen für den Alltag.
Dann kommt wieder ein komischer Begriff und zwar schützende vs.
strafende Macht.
Mir geht es also darum, zu sagen, wo die Grenzen sind und wo die Unterschiede sind zu
klassischerer Erziehung und eher klassischerer Führung.
Dann will ich bisschen was über die Anwendung im Job und mit Kindern erzählen und am Ende
kommen noch Praxistipps zum Üben und eine Buchempfehlung, diesmal tatsächlich ein
Kinderbuch.
Was ist also die GfK bzw.
was sind die drei Säulen der GfK?
Die GfK ist entwickelt worden von Marshall Rosenberg, einem amerikanischen Psychologe und
er hat sie ab den 1960er Jahren entwickelt und weiterentwickelt.
Er hat in Konfliktregionen vermittelt und bei Bürgerrechtskonflikten in den USA.
Sein Ziel war dabei nicht höflich zu sein, sondern in Verbindung zu gehen.
Also nicht der Recht zu haben, sondern in Verbindung zu bleiben.
Drei Grundhaltungen, drei Säulen sind dabei im Grunde die Basis der GfK, der Gewaltfreien
Kommunikation.
Der erste und ich glaube ehrlicherweise der wichtigste ist Selbstempathie.
Es geht also darum wahrzunehmen, was gerade in mir los ist, was bei mir ansteht, bevor ich
reagiere.
Die zweite Säule, die zweite Grundhaltung ist der ehrliche Selbstausdruck.
Also klar und respektvoll zu sagen, was ich beobachte, fühle, brauche und erbitte.
Und die dritte und letzte Säule, die dritte Grundhaltung, ist das empathische Zuhören.
Da geht es darum zu verstehen, was, in GfK-Sprache sagt man häufig, im anderen lebendig
ist.
Mit der Bezeichnung habe ich so bisschen meine Schwierigkeiten.
Ich würde einfach sagen, was den anderen gerade bewegt.
Das Handwerkszeug.
Mit dem man diese drei Fähigkeiten gezielt trainiert, kommt gleich.
Das sind nämlich die vier Schritte.
Dazu kommen dann die bekannten Bildsprachen aus der GfK.
Davon habt ihr vielleicht schon mal gehört, gerade wenn ihr vielleicht GfK mit Kindern
anwendet.
Und zwar der Wolf und die Giraffe.
Auch erstmal ein bisschen komisch.
Aber im Grunde stehen diese beiden Tiere einfach nur für eine Art zu sprechen.
Und die Wolfssprache kennzeichnet dabei zum Beispiel
Vorwürfe, Bewertungen, Angriffe, Schuldzuweisungen, also das typische Du bist immer, du
machst nie.
Wo wir hoffentlich alle schon gelernt haben, mindestens im Feedback, dass wir das
tunlichst unterlassen sollten.
Und die Giraffensprache, die Giraffe hat das höchste Herz aller Landtiere und den
weitesten Überblick, deswegen Giraffensprache, steht für Weitblick und Verbindung.
Also im Grunde ist die Giraffensprache die GfK.
Wichtig dabei?
Die Giraffe ist nicht einfach nett und sie lässt sich auch nicht unterkriegen.
Sie ist klar und ehrlich, aber sie bleibt immer in Verbindung.
Und deswegen sind der Wolf und die Giraffe auch so bisschen die Symbole der GfK geworden.
Und wenn man dann eben sagt, da war der Wolf in dir oder so, dann meint der GfKler damit,
dass man sich da jetzt gerade mal nicht gewaltfrei ausgedrückt hat.
Und auch einfach für sich zu entscheiden, will ich jetzt auch mal...
eben nicht in GfK sprechen und will ich jetzt wie alle anderen hier rumpöbeln und
rumschreien und den Wolf rauslassen, ist absolut legitim.
Wichtig ist einfach zu wissen, wann man was macht und es bewusst einzusetzen.
Deswegen diese beiden Unterscheidungen.
Nächster Teil.
Die vier Schritte.
Das Handwerkszeug der GfK.
Die GfK arbeitet mit vier Schritten.
Drei davon kennt ihr vielleicht auch aus dem www-Feedback.
Nämlich Wahrnehmung, Wirkung, Wunsch.
Die vier Schritte der GfK sind noch ein bisschen umfangreicher.
Der erste Schritt ist Beobachtung.
Der zweite Schritt ist Gefühl.
Der dritte Schritt ist Bedürfnis.
Und als viertes kommt die Bitte.
Und das sind vier Schritte, die man im Grunde in einen Satzbau überführen kann.
Deswegen ist es eben auch eine Sprache, weil es jetzt Möglichkeiten gibt, dieser
Vier-Schritt-Formel Sätze zusammensetzen.
Aber auch da der Hinweis, der mir ganz wichtig ist.
Die Lehrbuchvariante der GFK klingt supergestellst.
Im Alltag redet niemand so.
Und in dieser strengen Formelsprache ist sie deswegen auch für die wenigsten 1 zu 1
nutzbar.
Ich nutze sie hier trotzdem, einmal um selbst das für mich zu üben und eben auch euch ein
paar Beispiele mitzugeben.
Denn wenn man das eine Weile geübt hat, dann kann man automatisch einen lockeren eigenen
Ton entwickeln.
Aber die vier Schritte sind echt gut, einmal zu verstehen,
was die Inhalte damit eigentlich sein sollen, die man damit transportiert.
Dann gehen wir jetzt mal diese vier Schritte der Reihe nach durch.
Schritt 1 ist die Beobachtung und zwar eine wertfreie Beschreibung.
Wir beschreiben also, was wir konkret wahrgenommen haben.
Ohne Bewertung, ohne Interpretation.
Die Merkhilfe dazu ist so ein bisschen das Thema, was würde eine Kamera aufnehmen?
Eine Kamera sieht zum Beispiel keine Unzuverlässigkeit,
Nur was passiert ist, also z.B.
jemand war da oder eben nicht.
Der Wolf würde z.B.
sagen, du bist immer unzuverlässig.
Die Giraffe würde das sagen, was sie beobachtet hat.
Die letzte Abgabe kam zweimal später als vereinbart.
Und ihr merkt schon, ist ein riesen Unterschied alleine schon im ersten Schritt.
Bei Wolf kommt mir alleine nämlich das ihr ausspreche schon so ein bisschen das Gefühl,
ich müsste mich verteidigen.
Während ich bei der Giraffe erst noch mal in der Lage bin zuzuhören, ich sagen, fühle ich
mich noch nicht getriggert in Verteidigungshaltung zu gehen.
Der zweite Schritt ist das Gefühl.
Das ist das, was wir im Feedback ein bisschen weglassen.
Und zwar sagen, was die Beobachtung mit mir macht bei mir und nicht als Vorwurf an den
anderen.
Hintergrund ist eben einmal, für Verständnis zu sorgen und wenn ich sowas sage wie
Das macht mich unruhig oder das frustriert mich, dann hat das eine ganz andere Wirkung,
als wenn ich sage, du machst mich wütend.
Sondern ein Ich bin wütend, weil mir gerade etwas Wichtiges fehlt, ist eben entscheidend.
Sobald ich das Gefühl als mein eigenes Signal verstehe, mein Gefühl von mir nicht als
etwas, das mir angetan wird, komme ich raus aus dem Vorwurf und auch rein in die
Selbstverantwortung.
Also bei sich bleiben und die Beobachtung erklären und das, was sie mit mir macht.
Kein Vorwurf.
Dritter Schritt.
Das Bedürfnis.
Auch kein schöner Begriff, aber wir kennen ihn vielleicht schon ein bisschen aus der
bedürfnisorientierten Erziehung.
Da geht es jetzt darum, ein Gefühl mit einem Bedürfnis zu verbinden.
Ein Kernsatz in der gewaltfreien Kommunikation ist
dass das Gefühl das Signal ist.
Wenn wir uns reinspülen, merken wir, dass irgendwas komisches.
Das Bedürfnis ist das, was dahinter steckt.
Und im Grunde weist uns das Gefühl darauf hin, weht quasi mit den roten Flaggen.
Dasselbe Gefühl kann aber auf unterschiedliche Bedürfnisse hinweisen.
Ärger kann zum Beispiel kommen, weil wir viel Fairness wahrnehmen.
Genauso könnte es aber auch Respekt, Klarheit oder Selbstbestimmung sein.
Also
Deswegen auch dieses ganze Thema Selbstempathie für sich selbst einmal klarzukriegen,
welches Gefühl habe ich und welches Bedürfnis steht dahinter, das ist entscheidend und
viel, viel, viel schwieriger im Alltag, als sich das jetzt hier anhört.
Wenn ihr also denkt, boah, was redet sie hier, dann hört euch die Folge noch zu Ende an
und versucht am Ende eure Interpretation davon zu finden.
Ich will euch aber zumindest die Theorie einmal komplett mitgeben.
Ein Beispiel, weil ich das fast ein bisschen wie so ein kleines Wörterbuch lerne.
Ich hab mir die Kärtchen, wir in der Schule bekommen haben, mit den Gefühlen und den
Bedürfnissen auch einfach an den Spiegel gehängt, ein paar Wörter zu lernen.
Denn ich merke zumindest ich, fehlen Wörter für Gefühle.
Ich kann das gar nicht so gut.
Das ist auf jeden Fall ein Thema, das ich richtig aktiv lernen muss.
Zum Beispiel, um das für euch ein bisschen klarer zu machen, könnte Nähe und Verbindung,
also das Bedürfnis Nähe und Verbindung, Gefühle auslösen wie
dankbar, berührt, zufrieden oder geborgen.
Das Bedürfnis nach Sicherheit und Klarheit könnte ah Gefühle auslösen, die da sind ruhig,
entspannt, erleichtert oder gelassen.
Das Bedürfnis Autonomie und Selbstbestimmung hat die Gefühle frei, lebendig, motiviert und
stolz.
Und das Bedürfnis Anerkennung und gesehen werden, ganz wichtig bei Kindern, freudig,
zuversichtlich und berührt.
Und Spiel oder ich nenne das häufig für mich Leichtigkeit, dieses Bedürfnis kann Gefühle
haben wie heiter, neugierig, begeistert oder locker.
Und wenn Gefühle aber eher unerfüllt sind, die negative Gefühlspalette, wir brauchen
eigentlich Nähe und Verbindung und sind dann aber traurig, einsam, enttäuscht und
sehnsüchtig.
Wir brauchen Sicherheit und Klarheit und sind dann ängstlich, nervös, unsicher oder
beunruhigt.
Und wir brauchen Autonomie und Selbstbestimmung und sind dann vielleicht gereizt,
ärgerlich, frustriert oder angespannt.
Und Anerkennung und gesehen werden, wenn das verletzt ist, sind wir beschämt, klein,
übergangen.
Ruhe und Entlastung, da sind wir überfordert, gestresst, erschöpft und unruhig.
Das nehmt bitte als kleines Wörterbuch.
Ich wollte euch einfach einen Eindruck geben, es ist nichts, was ihr sofort parat haben
müsst.
Aber sich mit dem Thema zu beschäftigen, was fühle ich gerade und was steckt vermutlich
dahinter, ist ehrlicherweise schon alleine für die mentale Gesundheit für sich selbst eine
ganz wichtige Sache.
Kommen wir zum letzten Schritt.
Schritt 4.
Der Bitte.
Eine konkrete, erfüllbare Bitte formulieren.
Keine Forderung und auch keine versteckte Drohung.
Also zum Beispiel kannst du mir bis morgen Mittag sagen, ob du den Termin halten kannst.
Und jetzt alle vier Schritte zusammen als Satz sind vielleicht bisschen
gewöhnungsbedürftig, aber ich kann einmal kurz sagen, wie sich das anhört.
Beispiel.
Das ist ein Satz,
man auch den kleinen Giraffentanz nennt.
Das ist das Zusammenspiel aller drei Fähigkeiten, aller drei Säulen der GfK in einem Satz.
Also, ich spüre mich selbst, selbst Empathie.
Ich drücke mich klar aus, das ist der ehrliche Selbstausdruck, und ich bleibe trotzdem in
Verbindung mit dem Gegenüber und bin empathisch, Empathie.
Als Merksatz würde ein Alltag vielleicht nicht bewerten, sondern beschreiben.
nicht angreifen, sondern verständlich machen, nicht verlangen, sondern bitten.
Drei Dinge, die, wenn man so bisschen verstanden hat, was dahinter steht, finde ich
eigentlich ziemlich einfach zu verstehen sind und zumindest nachzuvollziehen sind.
Ein zweites Beispiel, einfach nochmal ein privates zu nennen, die Beobachtung, die
Spülmaschine steht seit drei Tagen voll mit sauberem Geschirr.
Gefühl.
Ich bin genervt.
Bedürfnis vielleicht, weil mir eine geteilte Verantwortung im Haushalt wichtig ist.
Die Bitte kannst du dir heute Abend ausräumen.
Überlegt mal, wenn euch jemand das sagen würde, ob ihr vielleicht eher bereit seid, die
Spülmaschine auszuräumen, als wenn jemand nur sagt, hey, Spülmaschine.
Na, an solchen kleinen Alltagssätzen könnt ihr das auch super üben.
Denn ganz ehrlich, die Welt geht nicht unter, wenn ihr euren Partner anpflaumt, weil er
die Spülmaschine ausräumen soll.
Aber vielleicht habt ihr einen wunderschönen Verbindungsmoment, wenn ihr es nicht tut.
Damit haben wir die vier Schritte jetzt zumindest einmal in der Theorie behandelt und ihr
habt vielleicht den ersten Eindruck bekommen, warum das doch auch manchmal ganz schön
formelhaft klingt und nicht ganz einfach zu erlernen ist.
Der nächste Schritt ist das aktive und empathische Zuhören.
Denn die vier Schritte sind die eine Seite der GfK, das Sprechen.
Die andere Seite und die ist fast noch wichtiger, ich.
ist das Zuhören.
Und von einer Form des Zuhörens habt ihr alle schon mal gehört, nämlich vom aktiven
Zuhörer nach Carl Rogers.
Da hat er sieben Techniken aus der klientenzentrierten Gesprächsführung entwickelt.
Dazu gehören zum Beispiel offene Fragenstellen.
Die öffnen das Gespräch, statt es einzugrenzen, zum Beispiel, wie war das für dich?
Geschlossene Fragen klären eher konkrete Fakten und sind mit Ja oder Nein beantwortet.
Parafrasieren, ganz wichtig, das Gesagt in eigenen Worten wiedergeben.
Gefühle spiegeln, also benennen, was emotional mitschwingt.
Häufig fehlen da auch dem Gegenüber die Begriffe dafür, aber mindestens wenn man ein
Gefühl benannt hat, ist es leichter, quasi ein anderes zu nennen, sollte es nicht das
Richtige sein, aber es ist häufig schwierig, gerade wenn man das nicht geübt hat, zuerst
ein Gefühl zu benennen.
Bedürfnisse spiegeln, der nächste Schritt.
Also vorsichtig vermuten, welches Bedürfnis dahinter steckt.
Eine Vermutung äußern, eine Deutung als Frage formulieren zum Beispiel, nicht als
Tatsache.
Und die siebte Technik ist zusammenfassen, das Gesagte am Ende auf den Punkt bringen.
Zwei von diesen Taktiken sind besonders typisch für die GfK, nämlich Vermutung äußern,
bist du gerade enttäuscht, weil die Verlässlichkeit wichtig ist, und Bedürfnisse spiegeln.
Du wünschst dir also gerade mehr Klarheit und Sicherheit.
Und ich weiß, es klingt komisch, aber wenn ihr das mit euren Kindern macht, echt
erstaunliche Dinge und die Kooperationsbereitschaft wird schon besser.
Also ich kann es euch empfehlen, da mal über euren Schatten zu springen und dem Ganzen
eine Chance zu geben.
Und da eben einfach mal zu fragen, warum jemand hier im Streit so eskaliert ist zum
Beispiel.
Niederschwellig einübbar ist das im Alltag
Zum Beispiel, indem du im nächsten Gespräch einmal bewusst paraphrasierst, bevor du
antwortest.
Also ein Zielsatz, den du üben könntest, einmal pro Tag bewusst einzusetzen könnte sein,
habe ich das richtig verstanden, dass.
Und Ziel für alle Hörer dieses Podcasts, die das versuchen wollen, ist einmal am Tag nutzt
ihr diesen ersten Teil, habe ich das richtig verstanden, dass und paraphrasiert, bevor ihr
antwortet.
Das empathische Zuhören ist jetzt noch ein Schritt weiter.
Aktives Zuhören ist eine Technik.
Empathisches Zuhören ist eher eine Haltung und geht noch weiter.
Denn da geht es auch darum, einfach sofort was lösen zu wollen, sondern erstmal nur da zu
sein.
Es geht darum, Stille aushalten zu können, statt sie sofort zu füllen.
Mein persönlicher Entgegner finde ich unglaublich schwierig.
Die eigene Geschichte, die eigene Meinung, den eigenen Ratschlag zurückstellen.
Auch das
ganz vielen Menschen schwer.
Die volle Präsenz reicht oft schon, auch ganz ohne Worte.
Eine Übung für den Alltag, vielleicht auch niederschwellig, ist eine einfache Variante der
sogenannten Diadenmeditation.
Kann man gut machen, habe ich in der Schulung ausprobiert, mache ich manchmal mit meinem
Mann zwei Personen und einen Timer und eine einfache Einstiegsfrage, zum Beispiel was
bewegt dich gerade oder einfach was ist los bei dir?
Und dann spricht eine Person fünf Minuten frei und die andere hört nur zu.
Ohne Ratschlag, ohne eigene Geschichte dazwischen.
Dann einen Rollentausch und danach keinen Kommentar.
Es ist keine Bewertung nötig.
Das Zuhören selbst ist die Übung.
Und in dem Moment, wo ihr eben nicht sofort reagiert, nicht sofort eine eigene Geschichte
rein stellt und eben auch durch die Stille, durch das Nicht-Reingehen tiefer ermöglicht,
entstehen schon
Spannendere Gespräche, bzw.
man erfährt einfach mehr über den Gegenüber als das im typischen Wir reden hier beim Essen
Dialog, wo es ja doch irgendwie immer um Smalltalk-ähnliche Themen geht, möglich ist.
Nächster Teil, den ich mit euch besprechen wollte.
Auch da wieder komischer Begriff.
Und zwar schützende versus strafende Macht.
Das haben vielleicht alle, die sich intensiv mit bindungsorientierter Erziehung
beschäftigen schon gehört.
Oder die vielleicht sogar einen Podcast zum Thema GfK mit Kindern hören.
Da kommt das Thema ganz intensiv vor.
Denn dieses Thema bestrafe ich oder ist irgendwas eine Konsequenz, wird auf Spielplätzen
echt häufig rauf und runter diskutiert.
Ich weiß nicht, ob ihr das Thema auch schon hattet.
Also ich hab mich da schon öfter, ich will jetzt mal nicht sagen gestritten, aber es war
auf jeden Fall schon öfter ein Thema.
Und ich habe dann manchmal bewusst nichts dazu gesagt.
Genau, ein Beispiel.
Vielleicht das ein bisschen zu erläutern.
Die schützende Macht ist das, was man nennt, eine Grenze setzen, Schaden zu verhindern.
Zum Beispiel muss sich, ob ich will oder nicht, ein Kind von der Straße einfach wegziehen.
Eine strafende Macht ist aber eben in der Kindererziehung so eher das Thema Verhalten über
Druck, Angst oder Sanktion steuern.
Im Nachhinein als Reaktion.
Und in der Erziehung kann das eben sein,
Ein Beispiel für eine schützende Macht, ich nehme dir das Messer weg, weil das gefährlich
ist.
In der Erziehung eher strafend.
Weil du dein Zimmer nicht aufgeräumt hast, gibt es heute kein Fernsehen.
Und ich mache das ganz oft falsch.
Also für alle, da jetzt hier denken, ich verbierte viel zu oft Süßigkeiten zum Beispiel
und bin voll in der strafenden Macht.
Aber im Prozess, ne, seid gnädig mit euch.
Im Job gibt es das aber auch.
Die schützende Macht ist zum Beispiel eine Deadline oder ein Freigabeprozess, die ein
Projekt vor Chaos bewahrt.
Nicht als Strafe, sondern als Rahmen.
Das ist vielleicht das Kick-off-Meeting, die eindeutige Rollenklärung, die klare
Erwartungshaltung, die man am Anfang äußert.
Und im Job strafend könnte eher das Thema Abmahnung oder Gehaltskürzung als Reaktion auf
einen Fehler sein.
Also ohne vorher den eigentlichen Bedarf zu klären.
Gerade der Umgang mit Fehlern ist da echt entscheidend.
Im Job zum Beispiel können klare Eskalationsstufen und Prozesse vorher gemeinsam definiert
werden, da es Schützende macht, kein Kontrollinstrument.
Konsequenzen werden transparent vorher besprochen und nicht überraschend als Strafe im
Nachhinein serviert.
Und Fehler, ganz ganz ganz wichtig, Stichwort Fehlerkultur, sind zunächst ein Anlass zur
Klärung, nicht ein Anlass zur Sanktion.
Das klingt jetzt schon fast wieder banal, aber ihr merkt, wie wichtig eben auch ein
Instrument wie die Gfk im Führungsalltag sein kann.
Die GfK ist kritisch gegenüber Strafe und Belohnung als Steuerungsinstrument.
Also nicht nur Strafe, sondern auch Belohnung, aber den Exkurs machen wir jetzt heute
nicht mehr, in Erziehung und Führung.
Warum?
Weil dadurch oft nur Anpassung entsteht.
Aber keine echte Einsicht, keine Verbindung, keine freiwillige Kooperation.
Das Ziel der GfK ist nicht Gehorsam jeden Preis, sondern Verantwortung und echte
Verständigung.
In der bildungsorientierten Erziehung fällt ganz oft der Begriff Kooperation hierfür.
Und im Bereich Führung würden wir das einfach auch eben Autonomie nennen,
Eigenverantwortung.
Wie wenden wir das jetzt im Job an?
In einem Konfliktgespräch, wenn Absprachen wiederholt nicht eingehalten werden, da würde
der Wolf die Wolfssprache sagen, du hältst dich nie an Absprachen.
Die Giraffe würde aber eben zum Beispiel sagen, wenn Absprachen wiederholt nicht
eingehalten werden, bin ich angespannt, weil mir Verlässlichkeit und Planungssicherheit
wichtig sind.
Ich möchte verstehen, was gerade schwierig ist und gemeinsam eine Lösung finden.
Das zweite Beispiel im Führungsalltag, ständig unterbrochen werden in Meetings.
Da sagt die Giraffe, wenn ich merke, dass ich in Meetings öfter unterbrochen werde, bevor
ich einen Gedanken zu Ende führen kann, fühle ich mich unter Druck, weil mir der Raum für
meine Position wichtig ist.
Können wir vereinbaren, dass wir uns gegenseitig ausreden lassen?
Und gerade bei dem Thema merkt ihr natürlich, es braucht eine Anpassung.
Genau in der Formelsprache würde euch jeder im Meeting komisch angucken, wenn er das exakt
so sagt.
Der Gedanke dahinter und die Erhaltung dahinter ist aber entscheidend.
Drei Praxistipps für den Job.
5 Sekunden Stopp, also vor jeder Reaktion kurz innehalten.
Was beobachte ich gerade wirklich ohne Interpretation?
Den Vorwurf übersetzen.
Nächste Taktik.
Aus einem Angriff bewusst einen Satz mit Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte formen.
Und die dritte Empfehlung erst spiegeln, dann lösen.
zeigt also, dass es verstanden wurde, worum es emotional geht und kommt erst dann mit
einem Ratschlag.
Eine Übung könnt ihr direkt nachmachen.
Statt eines Vorwurfs, du blockierst immer alles, könnte man bei Vorwurf übersetzen als
Praxistipp, wie jetzt sagen, wenn Entscheidungen lange offen bleiben, bin ich frustriert,
weil mir Wirksamkeit und Klarheit wichtig sind.
Können wir heute festlegen, wie wir weiter vorgehen.
Und dann merkt ihr, das ist jetzt zwar immer noch formelhaft, aber das kann man vielleicht
schon so ähnlich sagen oder zumindest in der kürzeren Variante sagen.
Und mit Kindern ist die GfK häufig besonders wirksam, weil sie verhalten korrigiert.
ohne die Beziehung zu belasten.
Aber gerade mit kleinen Kindern klingt die strenge Formelsprache noch künstlicher als
unter Erwachsenen.
Hier lohnt sich die kindgerechtere, einfache Version.
Streit unter Geschwistern, nehmen wir das mal als typisches Beispiel.
Die Situation, beide wollen dasselbe Spielzeug, keiner will nachgeben.
Die Erwachsenen-Formelsprache wäre hier echt viel zu abstrakt und zu lang für ein
aufgebrachtes Kind.
Stattdessen kurz und konkret mit einfachen Worten und trotzdem alle vier Schritte drin.
Was könnte das also sein?
Die Beobachtung kindgerecht könnte sein, ich sehe ihr wollt beide gerade mit demselben
Auto spielen.
Das Gefühl kindgerecht, das ist gerade blöd, oder?
Statt ich bin frustriert, weil...
Bedürfnis kindgerecht?
Ihr wünscht euch wohl beide, dass der andere auch mal wartet.
Statt weil mir Fairness wichtig ist.
Und die Bitte kindgerecht ist...
Wie könnten wir das lösen, dass es für euch beide passt?
Also alles zusammen noch einmal, damit ihr bisschen hören könnt, wie sich das anhören
könnte.
Ich sehe, wollt beide gerade mit demselben Auto spielen.
Das ist schwierig, oder?
Ich vermute, ihr wünscht euch beide, dass der andere auch mal wartet.
Wie könnten wir das lösen, dass es für euch beide passt?
Guckt mal, Situationen Schreiben ein Kleinkind oder grundsätzlich kann auch bisschen
schwierig sein, aber vielleicht hilft auch erstmal.
sich auf einen Teil davon zu fokussieren.
habe zum Beispiel häufig erst mal die Beobachtung gemacht, selbst einmal durchzuatmen.
Zweites Beispiel, morgens beim Anziehen.
Der Erwachsene, die formelle Variante, würde eher sagen, ich bin ungeduldig, weil mir
Pünktlichkeit wichtig ist.
Kindgerecht könnte man sagen, ich sehe, du bist noch nicht angezogen.
Ich werde langsam hebeleg, weil wir gleich los müssen.
Ziehst du dir jetzt die Schuhe an?
Und bei Wut oder Trotz könnte das sein, du bist gerade wütend.
Ich vermute, du willst gerade selbst entscheiden.
Stimmt das?
Das ist kein Nachgeben.
Also denkt nicht, dass ihr da zu weich seid.
Das ist klare Führung.
Nur in Verbindung statt mit Druck.
Drei Praxistipps für den Familienalltag.
Versucht, Gefühle benennen zu lernen.
Jeden Tag könntet ihr gemeinsam ein Gefühl sammeln und überlegen, welches Bedürfnis
dahinter stecken könnte.
Ich habe zum Beispiel für meine Kinder einfach so eine kleine Gefühlsuhr gebastelt.
wo sie dann drauf deuten können, wie es ihnen gerade geht.
Das kann man natürlich nicht hinter vollständigen Eskalationen aber wenn irgendwie nicht
so richtig klar ist, was sie gerade brauchen, mache ich das mal.
Mini Übersetzung üben.
Also aus Ich will nicht wird gemeinsam Du willst gerade selbst entscheiden.
Und dann versucht man als Erwachsener so ein bisschen zu übersetzen und dem Kind dadurch
eine Hilfestellung zu geben.
Und dritter Praxistipp, bitten statt drohen.
Statt mit Konsequenzen zu drohen, bitte eine klare, konkrete Bitte formulieren.
Bei einem Streit hilft eine einfache 3-Schritte-Reihenfolge.
Beobachten, was konkret passiert ist, benennen, was ich gerade und fragen, was ich brauche
oder was mein Kind gerade Und das ist echt das Tolle an der GfK, denn das Kind lernt nicht
nur eine Regel, sondern wirklich Beziehungskompetenz.
So viel zum Thema Beispiele aus einem Job und Familienalltag.
Und die Praxistipps vielleicht noch mal am Ende zusammengefasst.
Fünf Stück an der Zahl, damit ihr sie noch mal kompakt hört und wirklich umsetzen könnt.
Der erste Praxistipp ist, macht das mit dem Vorwürfe umwandeln.
Du hörst nie zu, wird zu.
Wenn ich merke, dass du aufs Handy schaust, während ich spreche, ich enttäuscht, weil mir
Aufmerksamkeit wichtig ist.
Kannst du mir kurz zuhören.
Ein Bedürfniswörterbuch führen.
Tipp Nummer zwei.
Zu einem Bedürfnis gibt es mehrere passende Gefühle.
Zum Beispiel Sicherheit, ruhig, erleichtert, nervös, beunruhigt.
Die Gefühlsuhr, die ich für die Kinder gebastelt habe, ist auch so aufgebaut, dass es
Gefühle gibt auf der einen Seite und Bedürfnisse auf der anderen Seite.
Dritter Tipp.
Eine abendliche Reflektion.
Einen Satz pro Tag.
Heute war ich, weil mir wichtig war.
Also so einen kleinen Mini-Formelsatz.
mit Gefühl und Bedürfnis üben, um Selbstempathie zu üben.
Der vierte Praxistipp, eine wöchentliche Diadenrunde.
Also einmal pro Woche fünf Minuten mit dem Partner oder dem Freund üben.
Eben einfach den anderen nur zuhören lassen, kein kommentieren.
Und wenn fünf Minuten am Anfang zu viel sind, dann mach drei.
Aber meine Erfahrung zeigt, fünf Minuten geht schon ganz gut, wenn man mal ins Sprechen
kommt.
Und letzter Tipp.
Der Gefühlscheck am Familientisch.
Abends drei Uhr kurz ein Gefühl des Tages benennen.
macht Gefühl und Bedürfnis Sprache zur Familiengewohnheit.
Jetzt möchte ich euch wie immer noch ein Buch vorstellen.
Heute kurz und knapp, denn es ist ein Bilderbuch.
Es ist von Juliane Hammann, das Buch mit dem Herzen sprechen.
Es ist ein kindgerechtes Taschenbuch für Kinder von drei bis sechs und enthält acht kurze
Geschichten rund die Giraffe Gustav und seine Freunde.
Das Buch zeigt anschaulich, wie man mit Gefühlen, Bedürfnissen und Streit umgehen kann.
Es geht um Empathie, Wertschätzung, Toleranz und respektvolles Miteinander.
Die Idee dahinter ist natürlich, dass Kinder nicht nur hören sollen, dass man freundlich
sein sollen, sondern sie sollen wirklich praktisch verstehen, wie das im Streit mit dem
Freund oder der Schwester tatsächlich geht.
Und deswegen begleitet Graf Augustav die Kinder durch typische Alltagssituationen und
zeigt eben zum Beispiel, wie Zerstrittene wieder Freunde werden können.
Und dafür, und das ist Schöne daran,
müsst ihr kein GfK-Profi sein, ihr lest es gemeinsam, sprecht drüber und lernt dabei
selbst auch ein bisschen was.
Also fangt vielleicht damit an, denn das ist ein schöner erster Schritt.
Also zusammengefasst, heute ist die Kompaktfolge fast ein bisschen lang geworden, aber es
geht ums Sprechen, da konnte ich auch irgendwie nicht anders als zu sprechen.
Gewaltfreie Kommunikation ist keine schöne Wetterkommunikation.
Sie ist ein Weg, auch in schwierigen Momenten klar menschlich und verantwortungsvoll zu
bleiben.
Und wir ignorieren einfach diesen komischen Begriff und machen es trotzdem.
Und bitte, bitte, bitte denkt daran, wirklich abstrakte Formelsprache ist nur ein
Übungsgerüst, kein Endziel.
Also ganz konkret haben wir zum Beispiel eben im GfK Bildungsurlaub aus dieser Frage, die
wir für die Diadenmeditation eigentlich machen sollten, was lebt in dir gerade, eben das
einfache was bewegt dich oder was beschäftigt dich gemacht.
Und das ist dann viel alltaugstauglicher, die Wirkung ist aber die gleiche.
Denn wenn ihr merkt, dass euch diese Formelsprache davon abhält, es mit der GfK
auszuprobieren, dann ist sie für euch zu formelhaft.
Dann macht eure eigene Sprache daraus und überlegt, wie ihr Beobachtungen, Gefühl,
Bedürfnis und Bitte in eurer Sprache umsetzen würdet.
Wenn euch die Vorlagen, die ich für meine Kinder gemacht habe, interessieren, dann
schreibt mir doch gerne an elisabethatworkliferabbels.de
dann schicke ich euch das PDF mit meiner Gefühls- und Bedürfnisuhr zu.
Ich freue mich, ihr, wenn ihr das Buch bestellt oder euch auch die Quellen genauer
anguckt, die Amazon-affiliiert links nutzt, denn dann bekomme ich ein bisschen was für die
Folge zurück.
Und ansonsten freue ich mich, wenn ihr diese Folge Freunden empfehlt, die davon vielleicht
profitieren können.
Wir hören uns in zwei Wochen wieder.
Bis dahin, alles Gute, macht's gut, tschüss!