Work Life Rebels - Podcast

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Dad.icated: Wie ein Väternetzwerk Unternehmen verändert mit Lukas Hurrle - #36

Lukas Hurrle spricht über Führung in Teilzeit, aktive Vaterschaft und den Aufbau des Beiersdorf Väternetzwerks „Dad.icated“

25.05.2026 58 min Elisabeth Tophinke

Zusammenfassung & Show Notes

Wie gelingt Karriere mit drei Kindern – ohne zum „Dinner-Daddy“ zu werden? Lukas Hurrle erzählt, warum er sich als Führungskraft bewusst für Teilzeit und Jobsharing entschieden hat, welche Widerstände Vätern noch begegnen und weshalb er das Beiersdorf Väternetzwerk „Dad.icated“ mitgegründet hat. Eine Folge über moderne Vaterschaft, Care-Arbeit, Führungskultur und echte Vereinbarkeit. 

Wie können Karriere, Führung und aktive Vaterschaft zusammen funktionieren? Darüber spricht Elisabeth Tophinke mit Lukas Hurrle.

Lukas Hurrle ist seit über 17 Jahren bei Beiersdorf und arbeitet aktuell als „Global Marketing Excellence & Community Lead“. Vor über drei Jahren hat er das Beiersdorf Väternetzwerk „Dad.icated“ mitgegründet. Zuvor war er in verschiedenen internationalen Rollen tätig – unter anderem in Chile und Kasachstan – sowie als Senior Global Lead Nivea Men Strategy, Insight & Discovery. Seine Führungsrollen übt er seit seiner Vaterschaft bewusst in Teilzeit aus.

Im Gespräch geht es um moderne Vaterschaft, Vereinbarkeit von Familie und Karriere, Führung in Teilzeit, Jobsharing und die Frage, warum Unternehmen Vätern aktiv Räume geben sollten, Vereinbarkeit sichtbar zu leben.

Lukas teilt offen, wie er sich bewusst gegen die Rolle des „Dinner-Daddy“ entschieden hat und warum Teilzeit in Führungsrollen nicht Karriere verhindern muss. Er spricht über seine Erfahrungen mit Elternzeit, flexiblen Arbeitsmodellen und darüber, wie Vereinbarkeit im Unternehmensalltag tatsächlich funktionieren kann – inklusive der Herausforderungen, die dabei entstehen.

Ein zentraler Schwerpunkt der Folge ist das Väternetzwerk „Dad.icated“ bei Beiersdorf. Die Episode zeigt, welchen konkreten Mehrwert ein Väternetzwerk für Unternehmen und Mitarbeitende haben kann:

  • Sichtbarkeit für moderne Vaterschaft schaffen 
  • Männern zeigen, dass aktive Vaterschaft und Karriere kombinierbar sind 
  • Erfahrungsräume und Austausch ermöglichen 
  • Hemmschwellen bei Themen wie Elternzeit oder Teilzeit abbauen 
  • Führungskräfte und HR für Vereinbarkeit sensibilisieren 
  • Vereinbarkeit als Teil moderner Unternehmenskultur etablieren 

Außerdem geht es um die Frage, warum es explizit Väternetzwerke braucht – und warum allgemeine Familiennetzwerke oft nicht dieselbe Wirkung entfalten. Lukas erklärt, dass die Einstiegshürde für Männer häufig höher ist, viele Themen weniger offen besprochen werden und es deshalb gezielte Ansprache, Vorbilder und konkrete Erfahrungsräume braucht.

Die Folge gibt außerdem spannende Einblicke in sogenannte Employee Resource Groups (ERGs): freiwillige Mitarbeitenden-Netzwerke innerhalb von Unternehmen, die Kulturwandel und Austausch fördern. „Dad.icated“ entstand dabei gleichzeitig als Grasswurzelinitiative von Mitarbeitenden und wird heute aktiv durch HR unterstützt – ein spannendes Beispiel dafür, wie Kulturwandel im Unternehmen entstehen kann.

Themen der Folge:
  • Führung in Teilzeit und Jobsharing 
  • Vereinbarkeit von Familie und Karriere 
  • Moderne Vaterschaft im Konzern 
  • Elternzeit für Väter 
  • Employee Resource Groups (ERGs) 
  • Unternehmenskultur und Care-Arbeit 
  • Gender Equality und aktive Vaterschaft 
  • Vereinbarkeit als Leadership-Thema 
  • Karriere mit Kindern 
  • Flexible Arbeitsmodelle 

Empfehlungen aus der Folge:

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Über den Host Elisabeth Tophinke: 
Elisabeth Tophinke ist Führungskraft, Ingenieurin, Mutter, Key-Note-Speakerin und Expertin für Vereinbarkeit. In diesem Podcast teilt sie ihre besten Tipps zu neuer Führung und Vereinbarkeit und stellt euch inspirierende Role-Models vor.  

 
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Transkript

Herzlich willkommen zum Podcast Work, Life, Rebels. Ich bin euer Host, Elisabeth Tophinke, und heute habe ich Lukas Hurrle zu Gast. Hallo Lukas. Hallo Elisabeth, vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr, dass du da bist. Heute sprechen wir über Vereinbarkeit, Führung in Teilzeit und moderne Vaterschaft. Lukas, du bist seit über 17 Jahren bei Beiersdorf, aktuell als Global Marketing Excellence & Community Lead. Vor über drei Jahren hast du das Väternetzwerk „Dad.icated“ mitgegründet. Was vereinbarst du denn in deinem Leben? Erstmal natürlich Familie und Karriere. Wie teilst du dir die Care-Arbeit? 50:50. Was gefällt dir an deinem Job am besten? Die Menschen. Was ist aktuell deine größte Herausforderung beim Thema Vereinbarkeit? Es fällt immer etwas runter. Lukas erzählt von seinem Einstieg bei Beiersdorf, seinem internationalen Traineeprogramm und den ersten Karriereschritten bei Nivea Men. Nach Stationen unter anderem in Kasachstan kam mit Anfang 30 das erste Kind. Schon damals war klar: Die Care-Arbeit sollte fair aufgeteilt werden. Ich wollte auf keinen Fall ein Dinner-Daddy sein, der nur abends kurz da ist. Ich wollte das Aufwachsen meiner Kinder wirklich miterleben. Lukas spricht darüber, welche Vorbilder ihn geprägt haben und warum aktive Vaterschaft für ihn selbstverständlich wurde. Mit dem zweiten und dritten Kind, Zwillinge während der Covid-Zeit, wurde klar: Vollzeit funktioniert so nicht mehr. Im Gespräch mit HR und Führungskräften stand plötzlich die Frage im Raum: Karriere oder Familie? Lukas entscheidet sich bewusst für Teilzeit und Jobsharing. Das Jobsharing-Modell: Mittwoch bis Freitag arbeitet Lukas, Montag bis Mittwoch seine Tandempartnerin. Mittwoch dient als Übergabetag. Mit steigender Verantwortung, mehr Teams und personellen Veränderungen wird deutlich: Teilzeit braucht realistische Stundenmodelle. Lukas erzählt, wie sich seine Teilzeitmodelle weiterentwickelt haben, warum 150-Prozent-Modelle oft realistischer sind und welche Rolle Vertrauen dabei spielt. Aus den eigenen Erfahrungen entsteht die Idee, ein Väternetzwerk bei Beiersdorf zu gründen. Mit Unterstützung von HR, externen Experten wie Conpadres und viel Eigeninitiative entsteht „Dad.icated“. Warum braucht es ein eigenes Väternetzwerk? Weil viele Männer sich weniger austauschen, Unsicherheiten bei Elternzeit haben und Vorbilder fehlen. „Care Work is Share Work and doesn’t know gender.“ Dad.icated möchte zeigen, dass aktive Vaterschaft und Karriere vereinbar sind. Lukas erklärt, wie das Netzwerk funktioniert: Lunches, Austauschformate, Mentoring und konkrete Unterstützung. Die Strahlkraft des Netzwerks geht über das Unternehmen hinaus. Dad.icated soll Impulse für moderne Arbeitskultur setzen. Phrasenverdrescher: „Meine Tochter ist krank – was macht denn deine Frau?“ Lukas spricht darüber, warum Unternehmen Vereinbarkeit unterstützen müssen und warum Flexibilität keine Einbahnstraße ist. Es geht um Unternehmenskultur, Vertrauen und die Frage, wie moderne Führung aussehen kann. Empfehlung: Sprecht als Paar offen darüber, wie ihr Vereinbarkeit leben möchtet. Buchempfehlung: „Working Dad“ von Roman Gaida. Buchempfehlung: „New Work Men“ von Giacomo Frigerio und Daniel Pau. Zum Abschluss spricht Elisabeth darüber, wie wichtig sichtbare Vorbilder sind und warum Netzwerke wie „Dad.icated“ Veränderung möglich machen.