Work Life Rebels - Podcast

Der kompakte Business-Podcast mit Tipps und Tricks zu Vereinbarkeit und New Work und echten Role-Models

Au-Pair als Gamechanger im Care Gap - #24

Kompaktfolge: Wie Unterstützung den Alltag entlastet und Arbeit ermöglicht durch Au-Pair und Job-Crafting

08.12.2025 35 min Elisabeth Tophinke

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge ordnen wir den Gender Care Gap ein (29h vs. 20h Care-Arbeit) und sprechen darüber, warum ein Au-Pair für manche Familien eine wertvolle Entlastung sein kann – und wo die Grenzen liegen. Außerdem stelle ich das Buch „Job Crafting“ vor und zeige, wie wir Arbeit so gestalten können, dass sie wieder zu uns passt.

Folge 24: Au-Pair als Gamechanger im Care-Gap

🔢 Zahl der Woche: 9 Stunden mehr Care-Arbeit

Frauen in Deutschland leisten im Durchschnitt:
🟩 29 Stunden pro Woche unbezahlte Sorge- und Hausarbeit
Männer im Vergleich:
🟩 20 Stunden pro Woche

Das bedeutet:
🟩 +9 Stunden pro Woche → zusätzlich zur Erwerbsarbeit
🟩 76 Minuten pro Tag mehr

Und: Dieser Unterschied besteht auch bei Vollzeitarbeit.
Selbst in Haushalten ohne Kinder leisten Frauen rund 1,5 Stunden mehr unbezahlte Arbeit pro Woche als Männer.

Weitere zentrale Fakten:
🟩 Gesamtarbeitszeit (2022): 45,5 Stunden/Woche (Frauen) vs. 44,5 Stunden/Woche (Männer)
🟩 Care-Arbeit ist ein massiver Vereinbarkeitsfaktor — und oft unsichtbar
🟩 Die größte Last liegt auf klassischen Bereichen: Kochen, Putzen, Kinderbetreuung, Organisation, Pflege

Einordnung:
Diese strukturellen Unterschiede zeigen deutlich, warum viele Frauen eine doppelte Belastung tragen — und warum Unterstützungssysteme wie Au-Pairs in manchen Familien keine Luxuslösung, sondern ein Vereinbarkeitsfaktor sind.

🧩 Schwerpunkt: Au-Pair als Entlastungsmodell


🏡 Einleitung

Ich teile heute meine Erfahrungen mit zwei Au-Pairs — aus der Perspektive einer Berufstätigen, Mutter und jemandem, der sich intensiv mit Vereinbarkeit beschäftigt.
Au-Pairs sind nicht für jede Familie geeignet, aber: Sie können eine enorme Entlastung darstellen.


🧩 1. Was ist ein Au-Pair?

🟪 Junge Person (18–26 Jahre)
🟪 6–12 Monate in der Gastfamilie
🟪 Fokus: Kultureller Austausch
🟪 Unterstützung im Alltag — aber kein Ersatz für Kita oder Haushaltshilfe


🧩 2. Voraussetzungen für Gastfamilien

🏠 Eigenes Zimmer
 👶 Mindestens ein Kind unter 18
 🗣️ Familiensprache: Deutsch (oder Landessprache)
 ❤️ Bereitschaft zur Integration – kein „Dienstleistungsverhältnis“


🧩 3. Aufgaben & Arbeitszeit

⏱️ Max. 30 Stunden pro Woche (inkl. Babysitting)
 🟩 Erlaubt: Kinderbetreuung, Aufräumen, Spülmaschine, kleine Einkäufe
 🟥 Nicht erlaubt: Gartenarbeit, Pflege, „Tiefenreinigung“, Haushaltsersatz


🧩 4. Vertrag, Vermittlung & Visum

📄 Vertrag: Europäischer Au-Pair-Standardvertrag
🌍 Visum: erforderlich bei Nicht-EU-Herkunft (A1-Sprachniveau, 18–26 Jahre)
🔎 Vermittlung:

  • Agenturen → mehr Sicherheit

  • Plattformen (z. B. AuPairWorld) → mehr Flexibilität
     ⏳ Bearbeitungsdauer Visum: 1–3 Monate


🧩 5. Kosten & finanzielle Rahmenbedingungen

💶 Taschengeld: 280 € pro Monat
 🏠 Unterkunft & Verpflegung: kostenfrei
 🛟 Versicherung (Kranken/Unfall/Haftpflicht): 40–60 €/Monat
 🗣️ Sprachkurs: meist geteilt, 70€ pro Monat durch die Familie
 📅 Jahreskosten: 4.000–6.000 €


🧩 6. Integration & Alltag

🍽️ Gemeinsame Mahlzeiten
 🌍 Kultureller Austausch
 😞 Typisch: Heimweh in Woche 3–8
 ⏳ Klare Routinen & wöchentliche Check-ins
 🫶 Balance: Nähe vs. professionelle Abgrenzung


🧩 7. Chancen & Grenzen


Chancen

🟩 Entlastung in der Alltagsorganisation
🟩 Flexible Unterstützung, da im Haushalt lebend
🟩 Starke Hilfe für Vollzeit-Eltern
🟩 Neue Perspektiven & kultureller Austausch


Grenzen

🟥 Kein Ersatz für feste Betreuung
🟥 Integration kann herausfordernd sein
🟥 Hohe Verantwortlichkeit
🟥 Unterschiedliche Erwartungen → Konfliktpotenzial

📚 Buchvorstellung: „Wie Sie mit Job Crafting Ihre Arbeit wieder lieben lernen“ – Ragnhild Struss

Ein sehr praxisnahes, ausführliches Buch darüber, wie wir unseren Job aktiv gestalten können — realistisch, nicht romantisiert.


🧭 Die 5 Schritte des Job Craftings

1️⃣ Standortbestimmung
2️⃣ Bedürfnisse klären
3️⃣ Spielräume erkennen
4️⃣ In kleinen Schritten umsetzen
5️⃣ Dranbleiben: Job Crafting als Haltung


🌟 Warum dieses Buch relevant ist

💜 Detailliert, aber leicht verständlich
 📝 Viele Beispiele → Theorie wird sofort greifbar
 🔍 Tiefe Selbstreflexion
 💪 Stärkung der Selbstwirksamkeit
 🧘 Kein Druck zur Selbstoptimierung

Lieblingszitat aus dem Buch:
 „Job Crafter brauchen Kraft. Ohne Kraft kein Crafting.“

Und verbunden mit meinem eigenen Lieblingssatz:
 „Love it, change it or leave it.“

Das Buch zeigt sehr klar, wann Veränderung sinnvoll ist —
 und wann der Punkt erreicht ist, an dem es Zeit ist, loszulassen.

📎 Quellen

🔗 Destatis – Zeitverwendung 2022
 https://www.destatis.de

🔗 Bundeszentrale für politische Bildung – Gender Care Gap
 https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/sozialbericht-2024/553243

🔗 WSI / Hans-Böckler-Stiftung – Gesamtarbeitszeit & Care-Arbeit
 https://www.wsi.de

🔗 BMFSFJ – Gender Care Gap
 https://www.bmfsfj.de

🔗 BA / Auswärtiges Amt – Au-Pair Rahmenbedingungen
 https://www.arbeitsagentur.de
https://www.auswaertiges-amt.de

🔗 Struss, R. (2024): Wie Sie mit Job Crafting Ihre Arbeit wieder lieben lernen. Gabal Verlag.



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Über den Host Elisabeth Tophinke: 
Elisabeth Tophinke ist Führungskraft, Ingenieurin, Mutter, Key-Note-Speakerin und Expertin für Vereinbarkeit. In diesem Podcast teilt sie ihre besten Tipps zu neuer Führung und Vereinbarkeit und stellt euch inspirierende Role-Models vor.  

 
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